Norderstedt
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86 Wohnungen und Hotel – große Pläne in Glashütte

Urbane Verdichtung am Glashütter Omnibusbahnhof: Der geplante Neubau einer Wohn- und Gewerbeanlage an der  Segeberger Chaussee 222-226.

Urbane Verdichtung am Glashütter Omnibusbahnhof: Der geplante Neubau einer Wohn- und Gewerbeanlage an der  Segeberger Chaussee 222-226.

Foto: Burgmayer, Andreas / Hohaus Hinz & Seifert Architekturgesellschaft

Die Norderstedter Kommunalpolitiker entscheiden am Donnerstag, 21. März, ob der Investor THIP 341 aus Hamburg seine Planung umsetzen darf.

Norderstedt. Zugegeben: Die hübscheste Ecke der Stadt ist die Einmündung der Tangstedter Landstraße in die Segeberger Chaussee in Glashütte nicht gerade. Ein Busbahnhof, das Familienzentrum in Container-Bauweise, ein Wohnwagen- und ein Autohandel, viel Verkehr und das alles vor der Kulisse der mächtigen Hochhaus-Silos, die entlang der Mittelstraße stehen.

Doch es gibt auch kaum eine Ecke in der Stadt, an der sich in naher Zukunft so viel verändern könnte, wie hier. Die Pläne für die komplette Umgestaltung des Busbahnhofes (ZOB) sind Mitte des Jahres fertig und umgesetzt werden sollen sie von Mitte 2020 an. Und nun hat sich laut Stadtverwaltung mit der Vermögensverwaltungsgesellschaft THIP 341 aus Hamburg ein Bauherr gefunden, der auf den Grundstücken des Familienzentrums, sowie des Wohnwagen- und Autohandels die ganz große Lösung realisieren möchte: 86 Wohnungen, ein Hotel und eine Ladenzeile für Dienstleister, Geschäfte und das Familienzentrum.

Die Politik soll einen Grundsatzbeschluss fassen

Die Planung wird am Donnerstag im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr zum ersten Mal der Politik und Öffentlichkeit vorgestellt. Der Entwurf für den fünf Geschosse hohen Gebäuderiegel, der durch fünf sechsgeschossige Kuben und ein siebengeschossiges Hotel in der Mitte akzentuiert wird, stammt aus dem Hamburger Architekturbüro Hohaus, Hinz & Seifert. Vor der Präsentation im Ausschuss hält sich Thomas Seifert noch bedeckt: „Wir brauchen jetzt ja erst einmal den Grundsatzbeschluss der Politik für das Projekt. Danach sehen wir weiter.“ Die Details des Projektes hat die Stadt Norderstedt allerdings bereits veröffentlicht.

Am neuen Bebauungsplan für die Ecke arbeiten Stadt und Politik schon seit 2017. Ziel war es, die offene Flanke des Gebäudeensembles rund um den Glashütter Markt mit einer städtebaulich ansehnlichen Planung zu komplettieren. Schließlich ist die Ecke eine Stadteinfahrt. Der bisher gültige Bebauungsplan für den Bereich sah lediglich eine „Gemeindebedarfseinrichtung“ vor. Deswegen hatte das Glashütter Familienzentrum hier seinen Platz gefunden. Doch für eine attraktive Entwicklung der Fläche sorgte das nicht. Die Planer im Rathaus wünschen sich hier eine Lösung, die für Belebung sorgt, Wohnungen schafft und Verkehrslärm für das Quartier abschirmt.

In der Konzeption der Stadt hätten dafür vier Geschosse ausgereicht. Die Politik beschloss aber im Mai 2018, dass die Ecke in Glashütte Fünfgeschossigkeit gut vertragen könne.

Für die Stadtverwaltung sind die Pläne gelungen

Der Investor THIP 341 hat mittlerweile Zugriff auf sämtliche privaten Grundstücke, die für die Planung nötig sein werden. Die Stadt würde ihr Grundstück mit dem Familienzentrum ebenfalls an THIP 341 verkaufen. Entstehen könnte ein durchgehender Gebäuderiegel in Rotklinker-Optik, mit einer Ladenzeile im Erdgeschoss und 86 Wohnungen in den Gebäudeteilen. Gemäß den Vorgaben der Norderstedter Stadtplanung müssten 30 Prozent der Wohnungen sozial gefördert sein.

In dem Gebäuderiegel wechseln sich fünf- und sechsgeschossige Gebäudeteile ab. In der Mitte könnte aus Sicht der Architekten ein siebenstöckiges Hotel entstehen. Erschlossen wird der Neubau komplett über die Mittelstraße. Über sie erreichen die Nutzer und Bewohner auch die geplante Tiefgarage.

Aus Sicht der Norderstedter Stadtverwaltung ist das Konzept von Hohaus, Hinz & Seifert „eine architektonisch und städtebaulich gelungene Bebauungskonzeption“. Die Aufgliederung des Baukörpers mit Brüchen in der Kubatur, unterschiedlichen Höhen und den vorgesehenen Dachformen sowie der Materialwahl kommt im Rathaus gut an.

Es ermögliche die Umsetzung des städtebaulichen Ziels einer lärmabschirmenden Bebauung, ohne die volle Wirkung eines langen Riegels zu entfalten, heißt es in der Vorlage der Stadt für die Abstimmung im Ausschuss. Auch das Nutzungskonzept ist aus Sicht der Stadt dafür geeignet, das Quartier rund um den ZOB zu neuem Leben zu erwecken. Das letzte Wort bei der Planung hat nun die Kommunalpolitik.