Norderstedt

Zur Schule radeln und nicht mehr fahren lassen

| Lesedauer: 2 Minuten
Niels Feind
Jonas Laß (unten) bringt Schülern bei der Veranstaltung „Energievision 2050 – Unser Klima. Meine Energie. Deine Zukunft.“ den Klimaschutz näher.

Jonas Laß (unten) bringt Schülern bei der Veranstaltung „Energievision 2050 – Unser Klima. Meine Energie. Deine Zukunft.“ den Klimaschutz näher.

Foto: Niels Feind

Eine Erkenntnis, die Schüler der Gemeinschaftsschule Harksheide haben, nachdem sie Visionen zum Klimaschutz kennengelernt hatten.

Norderstedt.  Etwa 500 Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule Harksheide haben den Unterricht für ein paar Stunden unterbrochen und sich stattdessen mit den Themen Umwelt- und Ressourcenschutz beschäftigt. „Wer von euch hat das Gefühl, es müsste etwas passieren?“, fragte Jonas Laß, Moderator der Veranstaltung und Tourteamleiter von Multivision, in das Publikum aus Schülerinnen und Schülern.

Alle Hände im Raum werden gehoben. „Gibt es konkrete Ideen zum Klimaschutz?“ Alle Hände bleiben unten. „Seht ihr, wir alle wissen, es muss etwas passieren, aber niemand hat Ideen, die umsetzbar sind“, sagt Laß. Das Projekt „Energievision 2050“ von Multivision soll dies ändern. Seit zwei Wochen läuft die Veranstaltung rund um das Projekt – und das noch voraussichtlich bis 2021.

Schülerinnen und Schüler sollen mit dem Programm das geeignete Handwerkszeug zur Verfügung gestellt bekommen, um dem Klimawandel effektiv und nachhaltig begegnen zu können. Dabei lernen die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer auch, wie sie selbst durch ihre Alltagsgestaltung aktiv einen Beitrag zum Klimaschutz leisten können.

„Ich habe heute gelernt, was ich auch als Kind schon machen kann, um weniger CO2 zu verursachen. Ich werde jetzt häufiger mit meinem Fahrrad zur Schule fahren, anstatt mich von meiner Mutter bringen und abholen zu lassen. Ich glaube, wir können es schaffen, bis 2050 das Klimaziel einzuhalten“, sagt Phil aus der 6. Klasse.

Vom Konsumverhalten bis zur Wahl emissionsfreier Verkehrsmittel und anderer innovativer Handlungsmöglichkeiten, die dem Klimaschutz dienlich sind – die Schülerinnen und Schüler lernen, dass „die Summe aller Kleinigkeiten zu einem großen Ergebnis führt“, sagt Laß, der die Veranstaltung mit seinem Kollege Holger Krohn, ebenfalls von Multivision, moderiert.

Die Resonanz sei bislang ohne Ausnahmen positiv gewesen. „Wir freuen uns, mit den Schülern in gehaltvolle Diskussionen zu kommen, die von großem Interesse geprägt sind. Wir sind Sklaven unseres eigenen Wohlstands in einer statischen Welt“, sagt Holger Krohn. Visionär und zielorientiert wolle man mit dem Projekt junge Menschen zu innovativer Dynamik anregen.

„Niemandem ist damit geholfen, immer wieder mit den Problemen des Klimawandels konfrontiert zu werden. Das ist ohne Frage notwendig, aber mittelfristig müssen Lösungsansätze präsentiert werden. Da sehe ich unsere Aufgabe“, sagt Laß und Krohn ergänzt: „Von mir aus kann morgen eine Revolution starten, die Hauptsache ist, dass sich etwas tut und Menschen aktiv werden.“

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Norderstedt