Norderstedt
Kreis Segeberg

Kriminaldauerdienst arbeitet bald rund um die Uhr

Ausschussvorsitzende Heike Beukelmann (v. l.), Oliver Stolz (Landrat des Kreises Pinneberg), Polizeidirektor Jan Lewering und Kripo-Inspektionsleiter Jochen Drews.

Ausschussvorsitzende Heike Beukelmann (v. l.), Oliver Stolz (Landrat des Kreises Pinneberg), Polizeidirektor Jan Lewering und Kripo-Inspektionsleiter Jochen Drews.

Foto: Burkhard Fuchs

35 zusätzliche Beamte der Kriminalpolizei sollen die Kreise Segeberg, Pinneberg, Steinburg und Dithmarschen betreuen. Station in Pinneberg.

Kreis Segeberg.  Die Landespolizei wird vom nächsten Jahr an flächendeckend einen Kriminaldauerdienst (KDD) einrichten. Für die Kreise Segeberg, Pinneberg, Steinburg und Dithmarschen würden dafür etwa 35 Polizeibeamte von Pinneberg aus agieren, kündigte Polizeidirektor Jan Lewering vor dem Hauptausschuss des Kreistages an.

Die Kripobeamten, die damit die Schutzpolizei entlasten sollen, werden rund um die Uhr sieben Tage in der Woche im Einsatz sein, sagte der stellvertretende Leiter der Polizeidirektion Bad Segeberg. Damit sei eine Aufstockung von nochmals 27 Polizeibeamten verbunden, zusätzlich zu der ohnehin geplanten Personalverstärkung von 44 Beamten für die beiden Kreise Segeberg und Pinneberg.

Zurzeit sorgen etwa 900, jeweils etwa 450 Polizeibeamte, für die Sicherheit der Bevölkerung in den beiden Kreisen. Bislang gibt es in Schleswig-Holstein diese KDD-Einheiten nur in Kiel und Lübeck. Wobei die Beamten in Lübeck bereits für den Ratzeburger Bereich in einem zentralen Kriminaldienst mit zuständig seien, der dem KDD entspreche, so Landespolizeisprecher Torge Stelck auf Abendblatt-Nachfrage. Dieses System habe sich bewährt und soll nun flächendeckend organisiert werden. Stelck: „Wir erhoffen uns davon eine Qualitätssteigerung unserer polizeilichen Arbeit und eine Entlastung der Streifenpolizeibeamten.“

Schon vor einem Monat hatte Innenstaatssekretär Torsten Geerdts diese Pläne während einer Regionalversammlung des Bundes Deutscher Kriminalbeamter für die Direktionen Segeberg und Itzehoe vorgestellt, die künftig eine KDD-Einheit bilden werden.

Neu- und Anbauten in Norderstedt und Elmshorn

So bestünden bessere Möglichkeiten der gegenseitigen Unterstützung bei Wohnungseinbrüchen, bei Fahndungen oder bei der Vollstreckung von Haftbefehlen. Kripo-Beamte könnten so häufiger zu einer schnelleren Entlastung der Streifenpolizei vor Ort sein. Und: „Langfristig bringt dies eine Qualitätsverbesserung der Polizeiarbeit. Die Sicherheit der Bürger wird gestärkt.“ Geerdts nannte sogar 42 Planstellen, die für den KDD künftig in den vier Kreisen eingesetzt werden sollten. Bislang werde diese kriminalpolizeiliche Arbeit von den Bereitschaftsdiensten abgedeckt, sagt Landespolizeisprecher Stelck. Das sei aber nicht mehr zeitgemäß und habe auch zu zahlreichen Beschwerden der Kollegen geführt, da diese nächtlichen Bereitschaften nur zu 15 Prozent als Dienstzeiten angerechnet worden seien.

Überlegungen, diese Bereitschaftsdienste auszuweiten, hätten letztlich zu der Schlussfolgerung geführt: „Dann können wir auch gleich einen Kriminaldauerdienst einrichten.“ Auch aus Gründen der Eigensicherung der Polizeibeamten sei das Bereitschaftsdienstmodell nicht mehr zeitgemäß. Der Bereitschaftsdienst für die etwa 70 Kripobeamten der Direktion Segeberg würde damit entfallen, sagt die Segeberger Polizeisprecherin Berit Lindenberg. Umgesetzt werden soll der KDD Mitte bis Ende nächsten Jahres.

Die Aufgabe des KDD solle darin bestehen, bei schweren Kapitalverbrechen, sexueller Gewalt oder Wohnungseinbrüchen im ersten Angriff die Schutzpolizisten frühzeitig zu unterstützen. Auch die Tatortaufnahme und -sicherung, Durchsuchungen und Fahndungsmaßnahmen sowie die anschließende Folgebearbeitung gehörten dann in die Zuständigkeit des KDD. „Die Polizeiarbeit wird so noch weiter professionalisiert“, sagt Stelck.

Neben dem KDD in Pinneberg, der von Heide bis Bad Segeberg zuständig sein wird, soll ein weiterer voraussichtlich in Flensburg geschaffen werden, der auch die Kreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg abdeckt. Der KDD in Kiel übernimmt die Straftaten bis Neumünster, Rendsburg und Plön, der KDD Lübeck neben Ratzeburg auch noch Ostholstein. Von den 44 Personalstellen, die die PD Segeberg ohnehin außer jenen 35 für geplanten KDD zusätzlich erhalten soll, werden laut Polizeidirektor Lewering zehn Beamte übergeordnete Aufgaben erhalten und die anderen nach dem Bedarf auf die 33 Dienststellen in der Polizeidirektion verteilt. Zehn bis 15 davon würden im Kreis Pinneberg arbeiten.

Um den KDD einzurichten, bedarf es noch räumlicher Verbesserungen, sagte Polizeidirektor Lewering. So seien Neu- und Anbauten in Norderstedt und Elmshorn geplant.

Auch die Polizei-Hundestaffel mit ihren 14 Beamten werde im Juli von Henstedt-Ulzburg nach Quickborn in die Nähe der dortigen Wache verlegt.