Norderstedt
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Baugebiet „Grüne Heyde“ soll autofrei werden

Keine Durchfahrt für Autos und Motorräder: Auch ein Modell für Norderstedt?

Keine Durchfahrt für Autos und Motorräder: Auch ein Modell für Norderstedt?

Foto: Wolfram Steinberg / picture-alliance/ dpa

Stadtentwicklungsausschuss diskutiert über Stellplätze. Fahrzeuge sollen in Garagen am Rand des Quartiers abgestellt werden.

Norderstedt.  Pro Wohnung ein Stellplatz, ein halber oder gar keiner – mit dieser Frage wird sich der Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr am Donnerstag, 21. Februar, (ab 18.15 Uhr, Rathaus) beschäftigen. Die Politiker werden über die „Grüne Heyde“ diskutieren, das bundesweite Vorzeige-Wohngebiet. Die Stadt strebt für die Fläche zwischen Schulweg, Mühlenweg, der Harckesheyde und dem Gewerbegebiet Harkshörn, auf der in einigen Jahren 1200 Menschen leben sollen, das Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen an.

Nachhaltigkeit bedeutet auch möglichst saubere Luft – Autos sollen aus dem Quartier verbannt und in Parkgaragen am Rand abgestellt werden. Die Politiker hatten sich nach intensiver Diskussion darauf geeinigt, im Baugebiet Flächen vorzuhalten, die einen Stellplatzschlüssel von 1:1 ermöglichen, rein rechnerisch ein Auto pro Wohnung. „Im Innenbereich soll ein Schlüssel von 0,3 gelten, am äußeren Rand sind 1,5 Stellplätze pro Doppelhaushälfte vorgesehen“, sagt Baudezernent Thomas Bosse.

In der Sitzung am Donnerstag soll der Stellplatzschlüssel endgültig festgelegt werden. Die Verwaltung hat Vor- und Nachteile der drei Möglichkeiten aufgelistet. Gibt es keine Parkplätze im Quartier, wird ein „sehr attraktives Wohnumfeld geschaffen“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Es gehe kein Bauland verloren.

Die Planer haben aber Bedenken, dass die künftigen Bewohner angemessen an den Bus- und Bahnverkehr angeschlossen werden können. Außerdem befürchten sie, dass Bewohner wie Besucher in den angrenzenden Gebieten Parkplätze suchen werden, was auf wenig Gegenliebe der Anwohner stoßen dürfte. Schließlich bestünden Zweifel, ob es für Wohnungen ohne Stellplatz eine Baugenehmigung geben wird.

Die übrigen Bausteine des innovativen Mobilitätskonzeptes sollen weiter gelten: Erschlossen wird die „Grüne Heyde“ vom Mühlenweg und von der Harckesheyde, ein Minibus soll um das Gebiet herumfahren, auch das nördliche Wohngebiet, die „Strandkorbsiedlung“, ansteuern und die Bewohner zur U-Bahn und AKN bringen.

Die Quartiersgaragen an den Rändern werden als Mobilitätszentralen mit Car-Sharing-Angeboten, Lastenrädern und Packstationen ausgebildet. Autonom fahrende Kleinbusse sollen die Bewohner innerhalb des Wohngebietes transportieren.

Grüne Heyde, Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr, Do 21.2., 18.30, Rathaus.