Norderstedt
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Grüne wollen private Osterfeuer verbieten

Ein Liebespaar küsst sich vor dem brennenden Osterfeuer. Geht es nach den Norderstedter Grünen sollen private Feuer bald der Vergangenheit angehören.

Ein Liebespaar küsst sich vor dem brennenden Osterfeuer. Geht es nach den Norderstedter Grünen sollen private Feuer bald der Vergangenheit angehören.

Foto: Julian Stratenschulte / picture-alliance / Julian Strate

Fraktionschef Marc Muckelberg sorgt sich um die Luftbelastung durch die Feuer am Ostersonnabend und fordert "mutige Maßnahmen".

Norderstedt.  Der Brauch, zum Osterfest ein Osterfeuer abzubrennen, wurde schon 751 in Briefwechseln des Papstes Zacharias erwähnt. Und auch, wenn heute nur wenige wissen, warum es diesen Brauch gibt und was er mit Ostern zu tun hat, so lieben es gerade die Norddeutschen, sich mit Freunden zu Wurst, Stockbrot und Bierchen am Osterfeuer zu versammeln.

In Norderstedt soll das von diesem Jahr an nur noch an drei bis vier offiziellen und von der Feuerwehr kontrollierten Großfeuern möglich sein. Aber allen Privatleuten, die auf dem heimischen Grundstück oder Acker ihr ganz privates Feuerchen lodern lassen wollen, möchten die Norderstedter Grünen nun quasi das Streichholz aus der Hand nehmen.

Osterfeuer: Grüne pochen auf Anwendung der Stadtverordnung

Grünen-Fraktionschef Marc Muckelberg beantragt im Umweltausschuss, dass vom Ordnungsamt der Stadt in diesem Jahr keine Genehmigungen für private Osterfeuer erteilt werden. Er pocht darauf, dass die Stadtverordnung über die Benutzung von Feuer und brandgefährlichen Geräten im Freien in allen Punkten Anwendung finden muss.

Und die macht klare Vorgaben darüber, wann, wo, wie, was und in welcher Form abgebrannt werden darf. De facto, so Muckelberg, könne das aber niemand im Rathaus wirklich kontrollieren. Jährlich würden schließlich bis zu 180 Feuer in der Stadt genehmigt.

Laut Einschätzungen des Ordnungsamtes und Beobachtungen von Anwohnern, die sich laut Muckelberg immer wieder über die Feuer beschwerten, würden einige Osterfeuer dazu missbraucht, Gartenabfälle und sonstigen Unrat abzufackeln, der eigentlich ein Fall für den Recyclinghof wäre.

Norderstedt soll "mutig Maßnahmen ergreifen"

Ebenso schwer wiegt die Luftverschmutzung durch die Feuer. Die CO2-Emissionen und Giftstoffwerte der Luft seien über Ostern deutlich erhöht. „Selbst für Laien ist dies mit allen Sinnen zu spüren, zu riechen, zu schmecken und zu sehen“, so Muckelberg in der Begründung seines Antrags.

Die Stadt sei aufgefordert, die Bürger vor diesen Gefahren für die Gesundheit zu beschützen und „mutig Maßnahmen zu ergreifen“. Muckelberg: „Gerade bei den derzeitig kontroversen Grenzwertdiskussionen dürfen wir uns nicht dazu verführen lassen, abzuwarten und die massiven Problemlagen zu ignorieren.“ Ob der grüne Antrag im Umweltausschuss (20. Februar, 18.30, Sitzungsraum 1, Rathaus) eine Mehrheit findet, ist fraglich.