Norderstedt
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Marc Breitfelder, Meister der Mundharmonika

Marc Breitfelder blies auf seiner Mundharmonika unglaubliche Klänge in allen Tonlagen.

Marc Breitfelder blies auf seiner Mundharmonika unglaubliche Klänge in allen Tonlagen.

Foto: Heike Linde-Lembke

Mit seinem Duo-Partner Georg Schroeter am Piano und Band brachte er im Norderstedt Kulturwerk das Publikum zum Tanzen.

Norderstedt.  Mundharmonika. „Kenner“ nennen das Ding gern Harp. Blues-Harp. Doch einer der Meister auf diesem Instrument bleibt bescheiden bei Mundharmonika.

Marc Breitfelder ist dieser Mann, und er zeigte in der Konzertreihe Blueswerk im Kulturwerk beeindruckend, was dieses so oft als Wandervogel-Maulorgel verlachte Instrument für wundervolle Klänge bietet.

Marc Breitfelder ist Mundharmonika. Der Kieler Musiker hat mit dem Pianisten und Blues-Sänger Georg Schroeter schon in den 90er-Jahren in Norderstedts damaliger Künstlerkneipe Kuckucksei für tolle Stimmung gesorgt. Jetzt brachte das Duo mit seiner Band das Publikum im gut besetzten Kulturwerk zum Tanzen.

„Marc Breitfelder, Georg Schroeter und Band sind die Weltklasse-Band aus Kiel“, kündigte Miro Berbig, Vorsitzender des Vereins Blueswerk, die fünf Musiker an. Schließlich haben Breitfelder und Schroeter mehr als 20 internationale und nationale Preise abgeräumt, darunter den ersten Platz beim International Blues Challenge in Memphis/Tennessee.

Mit den gestandenen Musikern Sven Zimmermann am Bass und Martin Röttger am Schlagzeug brachte das Duo den 19 Jahre alten Gitarristen Kalle Reuter mit nach Norderstedt, der in mehreren Soli beeindruckend zeigte, dass die Szene mit ihm zu rechnen hat.

Mit „Sugar Mama“ zeigte das Quintett gleich als Einstieg, wo der Blues wohnt. Marc Breitfelder blies feinste Töne auf seiner Mundharmonika, Georg Schroeter war der Held am Klavier. Im Solo spielte Breitfelder derart hohe Töne, dass es in den Ohren pfiff, während Schroeter souverän seine sonore Stimme zu Klavier und Mundharmonika drapierte, bevor Breitfelder und Gitarrist Reuter sich im Duett ein Duell der hohen Töne lieferten – und dabei auch noch melodiös blieben.

Mit Songs wie „Polk Salat Anni“, „Sunnyland Blower“, „Little Peace Of Paper“ bis zu „Train I Ride“ folgte Rock auf Blues und Blues auf Rock, dazu ein bisschen Boogie. Im Solo „Station To Station“ ließ Marc Breitfelder lautmalerisch die Lokomotive los und schickte mit arabischen Klängen ein Kamel vorbei. Mit J.J. Cales „Cocaine“ gab’s den ganz harten Rock. Tutti folgte auf Solo, Trio auf Duett. Sie improvisierten und ließen ihre Spielfreude funkeln. Und das Publikum stand auf und dankte mit stürmischem Applaus.