Norderstedt
Henstedt-Ulzburg

Das sind die beliebtesten Vornamen 2018

Ein Baby, das auf einen beliebten Vornamen hört?

Ein Baby, das auf einen beliebten Vornamen hört?

Foto: Picture Alliance / Imagebroker

In Henstedt-Ulzburg sind Ella und Finn Spitzenreiter. Besonders bei den Zweit- und Drittnamen werden Eltern kreativ.

Henstedt-Ulzburg.  Wie nenne ich mein Kind? So lautet eine der Fragen, über die sich werdende Eltern wohl am meisten den Kopf zerbrechen. Dabei werden sie durchaus kreativ: Bellatrix, Smaranda und Fiorela sowie Bobi, Bryson und Donaldo sind die ungewöhnlichsten Vornamen, auf die Hobby-Forscher Knud Bielefeld aus Ahrensburg bei seiner deutschlandweiten Auswertung von mehr als 206.000 Geburtsmeldungen für das Jahr 2018 gestoßen ist.

Eltern aus dem Kreis Segeberg sind dabei weitaus traditioneller. Die beliebtesten Babynamen in Henstedt-Ulzburg sind Ella und Finn. Im Standesamt der Großgemeinde wurden im vergangenen Jahr 745 Neugeborene registriert. Durch die ansässige Paracelsus-Klinik kommt hier ein Großteil der Kinder aus der Umgebung zur Welt. Das Krankenhaus ist neben der Asklepios-Klinik Nord/ Heidberg vor allem eine beliebte Anlaufstelle für Norderstedter Eltern.

In Deutschland führt Emma die Beliebtheits-Liste an – wie schon 2014 und 2017. In Henstedt-Ulzburg hingegen belegt der Name nur einen geteilten siebten Platz. Nach Spitzenreiterin Ella folgen hier auf den Plätzen zwei und drei Lara und Mila. Ebenfalls begehrt: Lisa und Mia (Platz vier) sowie Emilia, Johanna, Leni, Marie und Pia, die sich den fünften Platz teilen. Übrigens: Deutschlandweit hat der Babyname Ben es bei den Jungen schon zum achten Mal in Folge an die Spitze geschafft – in Hen­stedt-Ulzburg landet Finn knapp vor ihm. Platz drei teilen sich gleich vier Namen: Fiete, Lukas, Noah und Theo. Es folgen Felix, Jonte und Aaron.

Besonders ein Vorname hat in den vergangenen Jahren einen Aufschwung erlebt. „Fiete ist vor allem in Norddeutschland extrem hochgeklettert“, sagt auch Namensforscher Knud Bielefeld. Das erste Mal sei ihm Fiete, „eine Koseform von Friedrich“, als regulärer erster Vorname vor ein paar Jahren in Mecklenburg-Vorpommern aufgefallen – „und jetzt breitet er sich über Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen aus. Ich schätze mal, dass er in zehn Jahren dann auch in Bayern in der Vornamen-Hitparade ist“.

Diente ein HSV-Profi als Namensvorbild?

Es sei typisch, „dass sich Namen von Nord- nach Süddeutschland ausbreiten, seltener umgekehrt“, sagt Bielefeld und begründet dies mit der allgemeinen Beliebtheit skandinavischer Namen und der geografischen Nähe zum deutschen Norden. Ob der 19 Jahre alte HSV-Profi Fiete Arp vielen Eltern als Namensvorbild diente – wie einst Kevin Keegan –, konnte bisher nicht geklärt werden.

Überraschend: Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Top drei der Mädchennamen in Henstedt-Ulzburg komplett geändert. 2017 standen noch Greta, Amelie und Lina an der Spitze – jetzt findet man die Vornamen nicht einmal mehr unter den ersten zehn. Ähnlich sieht es bei den Jungen aus: Leon, Alexander und Felix wurden verdrängt. Alexander wird nicht einmal mehr in der Top 30 gelistet, steht aber immerhin auf Platz zwei der beliebtesten zweiten Vornamen.

Apropos: Anhand der zweiten und dritten Vornamen lässt sich eine langjährige Tradition erahnen, die immer noch fortgeführt wird. Viele Kinder werden nach ihren Großeltern benannt. Mit dieser Geste soll das Familienmitglied geehrt werden. Deswegen tauchen mit Helmut, Peter oder Werner vermeintlich altmodische Namen in den Listen aus Henstedt-Ulzburg auf. Dasselbe gilt für Mädchen: Wenn wir Mathilda, Annelie oder Carmen hören, denken wir im ersten Moment wahrscheinlich an einen älteren Menschen. Doch gerade die Vornamen der Großmütter werden wieder modern und liegen im Trend – wie zum Beispiel Frieda und Greta. Sie belegen gemeinsam den sechsten Platz der beliebtesten Vornamen der Gemeinde.

Ein weiterer interessanter Aspekt: Bei der Vergabe der Zweit- und Drittnamen werden Eltern mutiger. In der aktuellen Statistik des Standesamtes kommen bei den Mädchen seltene Namen wie Aimee, Biniam oder Bastienne vor. Bei den Jungen stechen vor allem Borisov, Bosse oder Joker ins Auge. Beim ersten Vornamen gehen Eltern hingegen weniger „Risiko“ ein und folgen den Trends.

Dennoch: Für alle, die mit ihrem ersten Vornamen unzufrieden sind und noch über weitere verfügen, gibt es seit November des vergangenen Jahres einen Lichtblick. „Wenn man mehrere Vornamen hat, die nicht durch Bindestrich verbunden sind, kann man jetzt auch amtlich die Reihenfolge ändern“, sagt Bielefeld. Abgesehen von der Namensnennung in Ausweispapieren oder auf Flugtickets habe das aber keine großen Auswirkungen. „Wenn man seinen Rufnamen ändern will, muss sich das schon noch rumsprechen.“

Deswegen kann es nicht schaden, wenn sich werdende Eltern ein wenig länger bei der Namensgebung ihres Sprösslings den Kopf zerbrechen ...