Agenda 2019

Das planen Norderstedt und Ellerau im neuen Jahr

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Michael Schick
Jochim Seyferth, Leiter des Amtes für Feuerwehr, vor dem Feuerwehrtechnischen Zentrum in Norderstedt. Das Feuerwehrtechnische Zentrum muss ausgebaut werden, um die Leistungsfähigkeit der freiwilligen Feuerwehr in Norderstedt auch künftig zu gewährleisten.  

Jochim Seyferth, Leiter des Amtes für Feuerwehr, vor dem Feuerwehrtechnischen Zentrum in Norderstedt. Das Feuerwehrtechnische Zentrum muss ausgebaut werden, um die Leistungsfähigkeit der freiwilligen Feuerwehr in Norderstedt auch künftig zu gewährleisten.  

Foto: Michael Schick

Stadt will 52,4 Millionen Euro investieren, vor allem für Kindertagesstätten, Schulen und Sport. Ellerau schafft Feuerwehrfahrzeug an.

Nach wie vor steht Norderstedt finanziell gut da. Das zeigt sich schon daran, dass der Haushalt nicht nur ausgeglichen ist, sondern für die Jahre 2019 und 2020 Überschüsse kalkuliert sind: für das neue Jahr gut 1,1 Millionen Euro, für 2020 ein deutlich höherer Betrag, der sich aber nach Aussage der Verwaltung noch reduzieren wird. Knapp 240 Millionen Euro wird die Stadt 2019 ausgeben, der größte Posten sind die Personalkosten für die gut 1200 Mitarbeiter.

Investieren wird die Stadt im gerade angelaufenen Jahr 52,4 Millionen Euro, 13,4 Millionen Euro mehr als im Doppelhaushalt für 2018/19 vorgesehen waren. Die Mehrausgaben resultieren vor allem daher, dass Projekte wie der Rathausanbau oder der Bau der Dreifeldhalle am Falkenberg geschoben wurden. Im Gegenzug hat die Stadt im vorigen Jahr 28 Millionen Euro weniger ausgegeben, als im Investitionsplan vorgesehen waren. In diesem und im nächsten Jahr wird die Stadt 81,1 Millionen Euro in die Infrastruktur investieren, 2019 entfallen allein 21,5 Millionen Euro auf den Bereich Schule, Sport und Kitas.

In Ellerau weist der Haushalt für 2019 einen Überschuss von rund 400.000 Euro aus, für 2020 liegt der voraussichtliche Überschuss bei rund 100.000 Euro. „Diese Überschüsse werden im Wesentlichen dadurch erreicht, dass wir die Sanierung der Danziger und Breslauer Straße verschoben haben“, sagt Bürgermeister Ralf Martens. Da stelle sich die Frage, ob die Kosten aus dem Haushalt oder über eine Ausbaubeitragssatzung finanziert und damit auf die Bürger umgelegt werden.


Projekte Norderstedt


Dreifeldhalle wird gebaut
Die Tennishalle am Falkenberg ist schon abgerissen, der Bau der Dreifeldhalle samt Dojo für die Kampfsportler wird voraussichtlich im Frühjahr beginnen. 5,8 Millionen Euro gibt die Stadt dafür aus, 2018 sollten schon 2,6 Millionen investiert werden, doch das Projekt hat sich verzögert, sodass die Gesamtsumme 2019 anfällt.

Stadt baut Grundschulen für den Ganztagsbetrieb um
4,6 Millionen Euro stehen im Haushalt für 2019, um zwei weitere Grundschulen zu offenen Ganztagsgrundschulen auszubauen. 2,9 Millionen Euro gibt die Stadt aus, damit die Grundschule Glashütte-Süd ihren Schülern künftig Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung und Aktivitäten am Nachmittag anbieten kann. 1,7 Millionen fließen in den Ausbau der Grundschule Harksheide-Nord.

Schon im Vorjahr hat die Stadt mehr als drei Millionen Euro ausgegeben, um das Ganztagsprogramm an den beiden Schulen und an der Grundschule Niendorfer Straße zu realisieren. Wenn der Um- und Ausbau in Harksheide und Glashütte beendet ist, bleiben noch zwei der zwölf Norderstedter Grundschulen, die auf den Ganztagsbetrieb umgestellt werden müssen: die Grundschule Pellwormstraße und die Grundschule Harkshörn. „In Harkshörn müssen wir eventuell auch erweitern, um Platz für die wachsende Zahl an Kindern zu schaffen“, sagt Schuldezernentin Anette Reinders.

Kita am Harkshörner Weg wird gebaut
Auf dem Gelände neben der Feuerwache Friedrichsgabe, wo früher die Asylunterkünfte standen, baut die Stadt für 2,5 Millionen Euro eine neue Kita mit 80 Plätzen.

Ulzburger Straße wird saniert und ausgebaut
Sobald die Witterung es erlaubt, wird die Ulzburger Straße zwischen Langenharmer Weg und Rathausallee saniert und ausgebaut, wobei die Kreuzung ausgenommen bleibt. Dort werden die Bauarbeiten beginnen, wenn die Rathausallee samt Rathausplatz umgestaltet wird, voraussichtlich wird das Projekt im Jahr 2020 angegangen. Für den jetzt anstehenden Um- und Ausbau der Ulzburger Straße fallen zwei Millionen Euro an, 1,6 Millionen steuert der Bund bei.

Das Bildungshaus entsteht
In Garstedt soll am Herold-Center das Bildungshaus entstehen. Volkshochschule, Bücherei und Stadtarchiv sollen dort eine neue Heimat unter einem Dach finden, zudem soll der Neubau ein moderner Treffpunkt für die Bürger werden und für Veranstaltungen genutzt werden können. Gut zehn Millionen Euro veranschlagt die Stadt für das Projekt, Baubeginn soll 2020 sein. Für die Planung stehen 1,7 Millionen Euro im Haushalt für 2019.

Schulzentrum Nord wird saniert und erweitert
Dafür stehen rund 1,7 Millionen Euro im Haushalt 2019. Insgesamt kalkuliert die Stadt rund 16 Millionen Euro, um die Gemeinschaftsschule Fried­richsgabe und das Lessing-Gymnasium an moderne Lernanforderungen anzupassen. Diese Summe wird auf vier bis fünf Jahre verteilt.

Die Feuerwehrzentrale wird erweitert
Das Feuerwehrtechnische Zentrum an der Stormarnstraße muss ausgebaut werden, um die Leistungsfähigkeit der freiwilligen Feuerwehr in Norderstedt auch künftig zu gewährleisten. Geplant sind zwei Bauabschnitte, zunächst soll auf die Fahrzeughalle ein Obergeschoss aufgesetzt werden, anschließend wird der Gebäudekomplex Richtung Stormarnstraße erweitert. Die Kosten kalkuliert OB Roeder mit 18 Millionen Euro, 2019 will die Stadt dafür eine Million ausgeben.

Neue Feuerwehrfahrzeuge werden angeschafft
900.000 Euro gibt die Stadt aus, um den Fuhrpark der Feuerwehr zu modernisieren. Von dem Geld sollen zwei neue Löschfahrzeuge gekauft werden.

Radverkehr wird verbessert
Mit einem Bündel an Maßnahmen will die Stadt das Fahrradfahren attraktiver gestalten. Dafür stehen 740.000 Euro im Investitionsplan für das Jahr 2019.

Neuer Kanalreiniger wird gekauft
650.000 Euro stehen im Haushalt, damit das Betriebsamt einen neuen Kanalreiniger anschaffen kann.

Plenarsaal wird modernisiert
In diesem Jahr will die Stadt den großen Sitzungssaal im Rathaus für 500.000 Euro modernisieren. Die alten Stühle sollen durch neue ersetzt und die Technik auf den aktuellen Stand gebracht werden. Bisher haben immer wieder die Mikrofone gestreikt, die Akustik im Plenarsaal ließ bei den Sitzungen der Stadtvertreter zu wünschen übrig.

Rathaus wird angebaut
Der Verwaltungsbau platzt aus allen Nähten und muss erweitert werden – hieß es bisher immer. Sogar die Kosten waren schon kalkuliert: 4,5 Millionen Euro. Doch nun hat OB Elke Christina Roeder das Projekt gestoppt. Sie will zunächst ermitteln, ob die Räume optimal genutzt werden und wie sich die Arbeitsbedingungen durch die Digitalisierung verändern. Wenn Akten verschwinden, könnte es mehr Platz geben. 200.000 Euro für die Analyse stehen im Haushalt.


Projekte in Ellerau

Kosten für die Kinderbetreuung Größter Posten ist die Kinderbetreuung. Der Gemeindeanteil für den Betrieb der zwei Krippen, drei Elementarbereiche und einer Minischule beträgt voraussichtlich rund 1,8 Millionen Euro. Eine Entlastung erwartet Bürgermeister Ralf Martens durch Zuschüsse der Landes- und Bundesregierung.

Neue Verwaltungsgemeinschaft
Ellerau hat die Verwaltungsgemeinschaft mit Norderstedt verlassen und ist unter das Dach von Quickborn geschlüpft. Dadurch entstehen Mehrkosten von rund 650.000 Euro pro Jahr. „Wir hoffen, dass die zu erwartenden Vorteile wie geografische Nähe, gemeinsame Grenze, weiterführende Schulen, Einkaufsmöglichkeiten, und Rathausöffnungszeiten diesen Betrag aufwiegen“, sagt Bürgermeister Ralf Martens.

Neues Feuerwehrfahrzeug wird angeschafft
In diesem Jahr will die Gemeinde ein neues Löschfahrzeug für die Feuerwehr anschaffen. Dafür stehen 500.000 Euro im Haushalt, 100.000 Euro gibt es an Zuschüssen.

Marc-Mario Bertermann, Geschäftsführer der städtischen Entwicklungsgesellschaft

Norderstedt, nimmt den Start ins neue Jahr zum Anlass, über den Tellerrand Norderstedts hinauszublicken: „Bei allen persönlichen Unterschieden gehören wir zu den privilegiertesten Menschen, die es weltweit und jemals gegeben hat. Ich wünsche mir, dass wir Norderstedterinnen und Norderstedter dies häufiger in unserem täglichen Leben bedenken.“ Bei allem Streben und beruflichen oder privaten Anliegen sollten auch die Norderstedter ihre Ansprüche kritisch betrachten und sich auch einmal mit weniger zufriedengeben. Vor allem wünscht Bertermann allen Gesundheit und Glück. ms

Tobias Claßen, Geschäftsführer von TuRa Harksheide, wartet gespannt auf den

Sportentwicklungsplan, der 2019 vorliegen soll und die Weichen dafür stellt, wo Sportanlagen und -flächen ergänzt, verändert oder erneuert werden müssen. „Das ist für die Sportvereine in Norderstedt von elementarer Bedeutung“, sagt Claßen, der sich wünscht, dass die Stadt die Verkehrsprobleme endlich angeht und kreative Lösungen findet. „Man steht eigentlich immer im Stau. Das höre ich auch immer wieder von anderen“, sagt Claßen. Privat ist sein Wunsch, dass nach einem Jahr der Umbrüche und des Wohnortwechsels mehr Ruhe und Kontinuität in sein Leben einziehen.

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