Norderstedt
Schröters Wochenschau

Was ist da und wie viel wird nötig sein?

Jan Schröter, Autor aus Bad Bramstedt

Jan Schröter, Autor aus Bad Bramstedt

Foto: Wolfgang Klietz

Mit dem Streusalz ist es immer so eine Sache, denn niemand weiß vorher, wie der Winter wird. Wozu das führen kann:

Norderstedt.  600 Tonnen Streusalz lagern auf dem Bauhof des Norderstedter Betriebsamts. Für den Landkreis Segeberg hält der zuständige Wege-Zweckverband (WZV) zusätzliche 2000 Tonnen bereit. Die Frage ist, ob man das Zeug brauchen wird oder nicht. Es geht um die gleiche Problematik, mit der sich jeder vor den nahenden Festtagen konfrontiert sieht: Was ist schon da, was muss noch rangeschafft werden – und wie viel davon wird nötig sein?

Man weiß es einfach nicht. Aber man weiß, es geht meistens schief. Lagert der Bauhof Streugut für einen Durchschnittswinter, ist garantiert Schneekatastrophe, nach einer Woche das Salz alle und das Schiff mit dem Nachschub eingefroren. Hält der Bauhof die doppelte Menge vorrätig, fällt keine einzige Flocke, und in jeder Kantine gibt es solange ausschließlich Pökelfleisch, bis das Salz aufgebraucht ist. Richtet man sich darauf ein, Weihnachten mit dem Verzehr einer Dose Bockwurst und zwei, drei Flaschen Bier allein auf dem Sofa zu bestreiten, schwelgt plötzlich die ganze Sippe im Rausch sentimentaler Nostalgie und rottet sich spontan zusammen – natürlich in Ihrem Wohnzimmer. Tante Anneliese findet Bockwürste ganz entzückend, aber nur als Vorspeise. Onkel Otto inhaliert den Alkoholvorrat für die gesamte Festwoche inklusive Silvester als Begrüßungsschluck. Ist der Kühlschrank leer, haben Sie den Ärger. Ist er voll, möglicherweise auch. Dann fliegt Anneliese einen Tag vor dem Fest doch noch auf die Kanaren, und Otto säuft lieber die Veranstalter einer Flatrate-Glühwein-Christmas-Party in die Insolvenz, anstatt, wie eigentlich verabredet, zur Familienweihnacht zu erscheinen. Obwohl, für den zu vollen Kühlschrank gäbe es eine Lösung. Viele Proviantpäckchen packen und zur WZV-Halle gehen. Jeden Wintermorgen früh um 4 ist dort Lagebesprechung. Schnittchen sind willkommen, gerne auch gekochte Eier.

Salz ist da.