Norderstedt
Norderstedt

26 Jahre alter Mann schlug auf Schülerin ein

Eine Statue der Justitia.

Eine Statue der Justitia.

Foto: Michael Rauhe

Das Norderstedter Amtsgericht verurteilt den 26 Jahre alten, alkoholkranken Wiederholungstäter zu einer Haftstrafe von elf Monaten.

Norderstedt.  Mit 15 Jahren kollidierte er das erste Mal mit dem Gesetz. Wenig später folgten, aufgereiht wie Perlen auf einer Schnur, in schneller Folge die nächsten Verurteilungen. In seinem Leben legte der Schulabbrecher das Gesetz des Stärkeren rücksichtslos einseitig aus. Verurteilungen wegen vorsätzlicher oder gefährlicher Körperverletzung waren deshalb an der Tagesordnung. Der Mann ist mittlerweile 26 Jahre alt und kommt im Strafregister auf insgesamt zehn Einträge.

Seinen jüngsten Prozess vor dem Amtsgericht Norderstedt wird der alkoholkranke Angeklagte allerdings nicht so schnell vergessen. Es ging, wie häufig in seiner unbewältigten Vergangenheit, um gefährliche Körperverletzung .

Diesmal legte die Staatsanwaltschaft dem berufslosen Angeklagten gleich zwei Gewalttaten zur Last. So soll er im Februar 2017 bei einer wilden Schlägerei vor einem Fast-Food-Laden in Kaltenkirchen seine Opfer mit Faustschlägen und Fußtritten traktiert haben. Dazu hat der stämmige Mann im Juni dieses Jahres laut Staatsanwaltschaft ein Gegenüber im Freizeitpark von Kaltenkirchen brutal attackiert. Das Opfer war kein gleichwertiger Gegner, sondern eine zierliche 17 Jahre alte Schülerin. Die Zeugin gab an, vom Angeklagten zuvor mit plumpen Anmachsprüchen belästigt worden zu sein. Als sie ihn aufforderte, zu verschwinden, habe er zugeschlagen.

Bei der schmächtigen Zeugin sah sich der langjährige Hartz-IV-Empfänger allerdings nicht als Täter, sondern als Opfer. So gab er an, von der angeblich „sehr aggressiven Frau“ ins Gesicht geschlagen und zuvor mehrfach beleidigt worden zu sein. Zu der Keilerei vor dem Fast-Food-Laden verweigerte der Angeklagte jede Aussage. Elf Zeugen traten in der Beweisaufnahme auf.

In der Vergangenheit war der Angeklagte vor Gericht jedes Mal mit mehrmonatigen Haftstrafen davongekommen – jeweils zur Bewährung ausgesetzt. Diesmal jedoch muss der Mann seine Gewaltattacken das erste Mal mit Freiheitsentzug büßen. Der Amtsrichter verurteilte ihn wegen gefährlicher und vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe von elf Monaten. Der Angeklagte zeigte sichtbar Trefferwirkung. „Sie sollten ihre Zeit hinter Gittern nutzen, um sich über einige Dinge klarzuwerden“, meinte der Richter zum Angeklagten. Er solle nachdenken, zu welchem Teil der Gesellschaft er in Zukunft gehören möchte. Er hätte ja, meinte der Richter, das Leben noch vor sich.