Norderstedt
Adventszeit

Wo es in der Region überall Weihnachtsbäume gibt

Das Schlagen des eigenen Weihnachtsbaums gehört für viele Familien zu einem festen Ritual in der Adventszeit.

Das Schlagen des eigenen Weihnachtsbaums gehört für viele Familien zu einem festen Ritual in der Adventszeit.

Foto: romrodinka / Getty Images/iStockphoto

Verkäufer laden am dritten Adventswochenende kurz vor dem Fest zu Glühwein, Lagerfeuer und Baumabsägen ein.

Norderstedt.  Vor Weihnachten nimmt sich Herbert Schatzschneider immer Urlaub. Nicht um zu verreisen. Der gelernte Mechaniker und CNC-Schleifer geht da seinem leidenschaftlichen Hobby und Nebenerwerb nach: Er verkauft Weihnachtsbäume. In vierter Generation führt der 52-Jährige mit seiner Frau Malgorzata, die Landwirtschaft studiert hat, den Hof Tannenland, der direkt an der Stadtgrenze von Norderstedt zu Quickborn am Umspannwerk liegt.

Rund 6000 Tannenbäume wachsen auf dem sechs Hektar großen Gelände. Kurz vor dem Fest hat das Paar alle Hände voll zu tun. Gut 1000 Bäume, zu 90 Prozent Nordmann-Tannen, aber auch Rot- und Blaufichten, werden die Schatzschneiders in diesen Tagen wieder unter die Leute bringen.

Wer mag, kann sich auch direkt vor Ort die Tanne selbst aussuchen, absägen oder mit der Axt abschlagen und mit nach Hause nehmen. Am dritten und vierten Adventwochenende lädt der Hof Tannenland zudem zu Weihnachtsbaum -Abhol-Events für die ganze Familie mit Lagerfeuer, Glühwein, Stockbrot und Waffeln ein. „Das ist für viele Familien ein festes Ritual“, freut sich Malgorzata Schatzschneider. Da kämen die Ersten schon morgens um 10 Uhr, und die Letzten verließen mit großer Weihnachtsvorfreude den Hof, wenn es schon lange dunkel ist.

„Jede Familie braucht einen Tannenbaum – sonst ist es kein richtiges Weihnachtsfest“, bringt Ingrid Körner-Bornholdt diese Stimmung vieler Familien auf den Punkt, die mit ihrem Mann in Lutzhorn bei Elmshorn seit 24 Jahren auf 70 Hektar Land Tannenbäume pflanzt und einige Tausend Kinder zu Heiligabend damit glücklich macht. Das Landwirte-Paar setzt dabei voll auf das Spektakel, lässt in seinen drei warmen Hütten Firmenfeiern mit bis zu 1000 Besuchern rund um das Abschlagen der Tannenbäume abhalten – ebenfalls mit Lagerfeuer, Punsch, Weihnachtsmarkt, Treckerfahren, Strohburg-Hüpfen und Ponyreiten für die Kinder, während die Eltern den richtigen Baum auswählen.

In Deutschland werden 30 Millionen Bäume verkauft

Vor allem in Deutschland werde die Tradition mit den geschmückten Tannenbäumen zu Weihnachten sehr gepflegt, sagt Jasper Müller aus Kattendorf mitten im Kreis Segeberg. Die Hälfte der rund 60 Millionen Tannenbäume, die jedes Jahr EU-weit verkauft werden, würde hierzulande gekauft. Müller kennt sich aus. Schließlich dürfte er mit mehreren Zehntausend verkauften Bäumen pro Jahr, die er inzwischen zu 90 Prozent über seinen Online-Handel „TimTanne“ vertreibt, der Marktführer in dieser Branche in der Region sein. Auch Müller setzt auf seinem 20 Hektar großen Hof in Kattendorf auf das Familienspektakel an den letzten beiden Adventswochenenden mit „Lagerfeuer und Punsch zum Wohlfühlen“, wie er sagt.

Kollege Jürgen Schümann aus Fuhlendorf bei Bad Bramstedt hat für diese Weihnachtsbaum -Spektakel extra die Zahl seiner Parkplätze um 300 auf 700 Stellplätze vergrößert, damit seine Kunden auch in Ruhe den Baum aussuchen können, wenn sie an den Advents-Wochenenden zu Glühwein, Lagerfeuer, Ponyreiten und Wildbret-Essen vorbeikommen. Schümanns Spezialität ist der eigens angebotene Ständer für 20 Euro, mit dem die Bäume in Sekundenschnelle fest und sicher auf einem Dorn befestigt würden.

Denn so gleichmäßig und dicht gewachsen der schönste Tannenbaum auch ist, wenn er zu Hause nicht aufgestellt werden kann, taugt er nichts. So hat Mike Bolhuis aus Tangstedt schon so manchen Familienfrieden gerettet, wenn er mit seinem kostenlosen Lieferservice vor Weihnachten die gekaufte Tanne gleich fix und fertig auf dem gekauften oder mitgebrachten Ständer zu Hause bei den jährlich 2000 Kunden abliefert. „Da haben sich schon wahre Familientragödien bei uns abgespielt“, schmunzelt Bolhuis. Dass er voriges Jahr aber selbst an Heiligabend noch am späten Nachmittag im Weihnachtsbaum -Einsatz unterwegs war, habe bei ihm zu Hause fast die Weihnachtsstimmung vergrault, erzählt der Tangstedter Unternehmer. „Meine Tochter postete schon die Geschenke ihrer Freundinnen in den sozialen Netzwerken“, erinnert er sich. Doch am Ende bekam auch sie noch ihre Geschenke und alle waren wieder froh.


Hier gibt es Weihnachtsbäume:


Quickborn: Hof Tannenland, Kampmoorweg 5, bis zum 23. Dezember täglich geöffnet von 10 Uhr bis zur Dämmerung, Preis: 16 bis 22 Euro pro Meter Tanne.


Kattendorf: Landwirtschaftsbetrieb Müller, Buschweg 13, geöffnet täglich von 10 bis 17 Uhr, Preis: 18 Euro pro Meter Tanne.


Fuhlendorf: Forstbetrieb Schümann, Hauptstraße 76, täglich geöffnet von 11 bis 16 Uhr, Preis: 20 bis 40 Euro pro Baum. Ständer: 20 Euro.


Tangstedt: Spargelhof Bolhuis, Quebbern 2, täglich geöffnet von 9 bis 19 Uhr, an Heiligabend von 9 bis 12 Uhr, Preis: 19 bis 23 Euro je Meter Tanne, kostenloser Lieferservice.


Henstedt-Ulzburg: Hof Reiherstieg, Reiherstieg 1, beim traditionellen Adventsreiten am 16. Dezember, 11 Uhr.


Lutzhorn: Tannenhof Bornholdt, Im Dorf 15, geöffnet täglich von 10 bis 17 Uhr, Preis: 19 Euro je Meter Nordmanntanne und 12 bis 14 Euro je Meter Fichte.