Norderstedt
Bad Segeberg

23-Jähriger warf Laternen in Segeberger See

Eine Statue der Justitia.

Eine Statue der Justitia.

Foto: Michael Rauhe

Weil seine Freundin ihn verließ, rastete der junge Mann aus und randalierte in der Kreisstadt. Nun muss er 900 Euro Geldstrafe zahlen.

Bad Segeberg.  Als ihm seine Freundin den Laufpass gab, brach für den jungen Mann die Welt zusammen. Der Verlassene tat dann genau das, was er nicht hätte machen sollen: Er griff zur Flasche. „Betrunken waren wir alle, aber ich war von allen am meisten breit“, erinnerte sich der 23-Jährige vor dem Amtsgericht Bad Segeberg. Nachdem ihn seine Freundin in Kiel abserviert hatte, war er zu den alten Kumpels nach Bad Segeberg gefahren, um bei ihnen Trost zu suchen.

An der Promenade des Segeberger Sees hockte die Gruppe zusammen und ließ sich volllaufen. „Ich hab eine Flasche Wodka in einem Rutsch geleert“, berichtete der Angeklagte. Irgendwann vor Mitternacht, so die Anklage, habe er zwei Laternen aus ihrer Verankerung gerissen und in den Segeberger See geworfen. Die Anklage: gemeinschädliche Sachbeschädigung. Jede Leuchte kostete 500 Euro. Nach dem Gewaltakt hatten sie nur noch Schrottwert.

Was er im volltrunkenen Zustand angestellt hatte, bedauerte der Angeklagte vor Gericht. „Für mich war damals eine Welt zusammengebrochen. Heute bedaure ich diese Randale“, gestand der schlanke Mann mit dem dunklen Backenbart im hageren Gesicht. Erst im Krankenhaus habe seine Erinnerung wieder eingesetzt.

Mit dem Gesetz war der Angeklagte schon früh kollidiert. Neben sieben „Jugendsünden“, wie Amtsrichter Alexander Schmücker seine ersten Verurteilungen bezeichnete, ist auch ein Urteil wegen Körperverletzung aktenkundig. Der Angeklagte wuchs in einem Heim auf und kam mit 15 Jahren in eine Pflegefamilie. Nach einer abgebrochenen Schreinerausbildung probierte er sich in mehreren Jobs aus. Stolz verkündete er dem Amtsrichter, in Kürze einen Vertrag bei einer Zeitarbeitsfirma unterschreiben zu können. Sein Ziel sei es, eine eigene Familie zu gründen.

Das Urteil des Amtsgerichts: Eine Geldstrafe über 900 Euro wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung. Offen ist weiterhin die Rechnung der Segeberger Kliniken, denen die demolierten Lampen gehören. „Kriegen Sie noch einmal die Kurve, und haben Sie nie mehr einen Kontakt zur Justiz“, gab der Amtsrichter dem Angeklagten mit auf den Heimweg.