Norderstedt
Kreis Segeberg

Gemeinden in der Region können wieder wachsen

Die Fortschreibung des Landesentwicklungsplanes soll die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ermöglichen (Symbolbild).

Die Fortschreibung des Landesentwicklungsplanes soll die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ermöglichen (Symbolbild).

Foto: Britta Pedersen / dpa

Landesentwicklungsplan hat Entwicklung gebremst. Nun wird er fortgeschrieben und erlaubt den Kommunen, neue Baugebiete auszuweisen.

kreis Segeberg.  „Das wirksamste Mittel zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum besteht darin, mehr Wohnungen zu bauen. Dafür schafft die Fortschreibung des Landesentwicklungsplans die erforderliche Grundlage“, sagen die CDU-Landtagsabgeordneten Katja Rathje-Hoffmann (Norderstedt) und Ole-Christopher Plambeck (Henstedt-Ulzburg), nachdem die Landesregierung den Entwurf für einen neuen Landesentwicklungsplan vorgestellt hat.

Die Fortschreibung wurde nötig, da der bisher gültige Plan aus dem Jahr 2010 viele Städte und Gemeinden in Schleswig-Holstein in ihrem Wachstum bremse und mehr Menschen in den Norden ziehen als vorhergesagt. Zwar sollte die rechtliche Grundlage die Entwicklung im Norden bis 2025 regeln, aber: „Bereits jetzt sind in mehr als 160 Gemeinden die zulässigen Flächen für den Wohnungsbau vollständig oder zu mehr als 75 Prozent ausgeschöpft, sodass nicht mehr oder nur noch sehr eingeschränkt gebaut werden kann“, sagt Plambeck, finanzpolitischer Sprecher der CDU im Kieler Landtag.

Im Kreis Segeberg betreffe das vor allem Armstedt, Bimöhlen, Borstel, Dreggers, Fuhlendorf und Schackendorf, deren zulässiges Wohnungsbaupotenzial vollständig ausgeschöpft sei. Außerdem profitierten die Gemeinden Boostedt, Hasenkrug, Großenaspe, Stipsdorf und Wiemersdorf, die den zulässigen Entwicklungsrahmen gegenwärtig zu mehr als 75 Prozent genutzt haben, von den neuen Regelungen des Landes.

„Die Fortschreibung des Landesentwicklungsplanes ist deshalb ein wichtiger Baustein für mehr Wohnungsbau in Schleswig-Holstein “, sagt Plambeck. Der neue Landesentwicklungsplan setze den wohnbaulichen Entwicklungsrahmen nun landesweit auf Null. Ab sofort stehe damit allen Kommunen wieder ein Wohnungsbaupotenzial von 10 bis 15 Prozent des vorhandenen Wohnungsbestandes zur Verfügung. Norderstedt könnte also auf 92.000 Einwohner wachsen, wenn die Stadt die Möglichkeiten der neuen Regelungen voll ausschöpfen würde.

„Mehr Wohnungsbau in den Gemeinden entlastet auch die Städte. Gerade die Wünsche junger Familien nach einem Haus mit Garten können in vielen Städten nur noch schwer erfüllt werden, da die Ausweisung von Bauland an Grenzen stößt. Deshalb brauchen wir auch Wachstumsmöglichkeiten in den Gemeinden, um zum Beispiel den Wunsch nach Ein- und Zweifamilienhäusern zu erfüllen“, sagt Katja Rathje-Hoffmann.

Die Norderstedter Abgeordnete erlebt gerade den Vorstoß der Orts-CDU, deren Vorsitzende sie auch ist: Die Christdemokraten hatten sich dafür ausgesprochen, dass die Menschen, für die Norderstedt nach wie vor attraktiv ist, möglichst in die umliegenden Gemeinden ziehen sollten. Baugrundstücke seien rar in der Stadt, die es zudem schon jetzt kaum schaffe, die Infrastruktur an die wachsende Bevölkerung anzupassen.