Norderstedt
Wahlstedt

Tim Fischer war wieder bestens bei Stimme

Tim Fischer und Melanie Bernstein haben die Gala maßgeblich initiiert

Tim Fischer und Melanie Bernstein haben die Gala maßgeblich initiiert

Foto: Heike Linde-Lembke

Premiere in Wahlstedt: Die Aids-Benefiz-Gala mit 15 Künstlern im Kleinen Theater brachte 2000 Euro für den guten Zweck ein.

Wahlstedt.  Maulende Rentner, Kreuzworträtsel, Rinnsteinprinzessin – Tim Fischer! Der Chansonnier war der Star der Aids-Benefiz-Gala im Kleinen Theater in Wahlstedt. Mehr noch: Er hat die Gala zugunsten der Aidshilfe initiiert und Kollegen gebeten, wie er ohne Gage in Wahlstedt aufzutreten. Sie kamen alle, fackelten eine quirlige Show ab und sorgten für jubelndes Publikum.

Große Unterstützung erhielt Tim Fischer von Melanie Bernstein, CDU-Bundestagsabgeordnete und Mitglied des Kulturrings Wahlstedt. Zudem spendete der Lions Club Wahlstedt das Catering für die Künstler, sodass der Aidshilfe gut 2000 Euro gespendet werden können. „Es ist die erste Benefiz-Gala für die Aidshilfe in Schleswig-Holstein“, sagte Tim Fischer.

Durchs Programm führten Drag-Queen Marlene Deluxe und Cave-Queen Tim Koller. Der erschien in Zeitungen gehüllt auf der Bühne, vorn die Kleinanzeigen, hinten den Seehofer. Politische Pointen gab es einige, dazu Seitenhiebe auf das reiche Rentnerleben und auf arme Frauen, beispielsweise von Turit Müller. „Ich bin pleite, aber das auf hohem Niveau“, witzelte die Comedienne, um dann das Publikum zum Protest gegen gesellschaftliche Dauerkrisen aufzuwiegeln.

Thomas Döschel bot am Flügel mit einem Debussy-Stück eine Denkpause, bevor Tim Fischer mit „Komm, großer schwarzer Vogel“ zu Tränen rührte. Das war zu viel für David Harrington: „Ich bin eher der brachiale Typ, der MS Troubadour.“ Sprach’s und riss sich das Jackett vom Leib. Der Mann hat Beachtliches im tenoralen Kehlkopf.

Rainer Bielfeldt sang einen Anti-Facebook-Song, die Wienerin Lili Walzer trällerte selbstironisch „Ich wünsch mir zum Geburtstag einen Vorderzahn“, bevor Tim Fischer unnachahmlich den „Stroganoff“ gab. Denis Fischer, Boogie-Woogie-Sonny-Boy Dan Poppek und Monty Arnold, Lucy van Kuhl, Carsten Sauer und Ralf Samir – sie alle wären eine Solo-Show wert.

Offizielles gab es auch. Der Staatssekretär des Innenministeriums, Torsten Geerdts, begrüßte die Gäste: „Das Thema Aids ist immer noch wichtig. Keiner darf rausgedrängt werden aus dieser Gesellschaft“, während Ursula Schele, Rats-Vorsitzende des paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Manthey, Vorsitzender des Landesverbandes der Aidshilfen, mit der goldenen Nadel des Verbandes auszeichnete.