Norderstedt
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Lars Erdmann triumphiert

Der 58-Jährige wird beim Stevens Cyclocross-Cup Nord Erster bei den Senioren

Norderstedt.  Lars Erdmann kennt sich aus im Rantzauer Forst. Der 58-Jährige weiß, wo die dicksten Wurzeln sind, an welcher Stelle der Boden besonders tief ist und wo welche Gabelung hinführt. „Das ist hier quasi mein Wohnzimmer“, sagt der Harksheider, der für sein Leben gerne auf dem Rad sitzt und oft und gerne im Wald unterwegs ist. Gerade im Herbst blüht Lars Erdmann so richtig auf. Während im Sommer die schnellen Straßenrennen im Mittelpunkt stehen, ist in der Wintersaison das technisch anspruchsvolle Querfeldeinfahren angesagt.

Einmal pro Jahr müssen sich Spaziergänger und Reiter den Wald mit den Radsportlern teilen. Dann treffen sich die Hobby- und Elitefahrer im Rantzauer Forst beim Stevens Cyclocross-Cup Nord. Auch Lars Erdmann, der zudem stellvertretender Vorsitzender des ausrichtenden RV Germania ist, saß beim fünften Lauf der Radcross-Serie im Sattel und startete bei den Senioren 3. „Wir haben den Kurs selber gesteckt. Er ist technisch sehr schwer, auf der Strecke sind viele Wurzeln. Wenn man da zu schnell rüberfährt, rutscht man weg“, so Erdmann, der in seiner Altersklasse nach 30 Minuten als Erster über die Ziellinie fuhr. „Der Sieg im Heimrennen ist besonders schön“, so der Routinier.

Vereinschef Jörg Bertram nahm die Doppelbelastung zwischen Organisation und aktivem Sport ebenfalls in Kauf und fuhr mit. „Wenn man sich den Kurs selber ausgedacht hat, will man ihn natürlich auch fahren. Aber es war schon ziemlich anstrengend“, sagte Bertram, der als Neunter ins Ziel kam und nach einer kurzen Verschnaufpause schon wieder als Helfer an der Strecke stand.

Sieger Lars Erdmann freute sich nicht nur über den eigenen Erfolg. Wenige Stunden nach ihm triumphierte auch sein Sohn Max Lindenau im Eliterennen. Der 24-Jährige feierte in der erst drei Wochen alten Saison den fünften Sieg im sechsten Rennen, darunter auch einen Erfolg beim Deutschland-Cup-Rennen in Leipzig.

In Norderstedt setzte sich Lindenau gegen seine Mitstreiter vom Stevens Team, Jannick Geisler und Luk Noah Boving, durch. Max’ jüngerer Bruder Paul (22), der gerade ein Auslandssemester in Bordeaux (Frankreich) absolviert und Norderstedt nur einen kurzen Besuch abstattete, belegte Platz sieben. Bei den Frauen setzte sich Lisa Schröder-Ott (Stevens Team) durch, Cordula Neudörffer vom RSC Kattenberg wurde Dritte. „Ich bin froh, dass das Rennen vorbei ist. Überall waren kleine Kurven, das war ein sehr schwerer Kurs“, sagte die Kisdorferin. Neben den Leistungssportlern nutzten auch viele Hobbyradler die Gelegenheit, über Stock und Stein fahren zu können – die Anstrengung war in ihren Gesichtern deutlich zu sehen.

Wer die Crossfahrer einmal hautnah erleben will, sollte am Sonnabend, 20. Oktober, im Norderstedter Stadtpark vorbeischauen. Dort findet ein weiteres Deutschland-Cup-Rennen statt. Ausrichter ist der Harvestehuder Radsportverein.