Norderstedt
Hamburg/Kiel

S 21: Eingleisig von Ellerau nach Tanneneck

Ein Teilstück der verlängerten S-Bahnlinie S21 soll eingleisig gebaut werden (Montage)

Ein Teilstück der verlängerten S-Bahnlinie S21 soll eingleisig gebaut werden (Montage)

Foto: DB / dpa,Montage: Thorsten Ahlf

Schleswig-Holstein und Hamburg beschließen Planänderung für den Abschnitt der neuen S-Bahnlinie. Das bringt Einschränkungen mit sich.

Hamburg/Kiel.  Die S-Bahn 21 kann auf dem Abschnitt zwischen Ellerau und Tanneneck eingleisig bleiben. Das haben nun die Freie und Hansestadt Hamburg sowie das Land Schleswig-Holstein offiziell bestätigt. Schon vor drei Wochen hatte das Abendblatt über diese verkehrspolitische Wende berichtet. Grundlage der Neubewertung ist eine Untersuchung, wonach ein „stabiler Betrieb auch mit einer eingleisigen Strecke möglich sei“, heißt es. Einschränkungen gibt es dennoch: Kommt es zu einer Verspätung, müssten in Ellerau Gegenzüge abgewartet werden oder die S 21 ab Ulzburg Süd vorzeitig zurückfahren.

Grundsätzlich soll die bisherige AKN-Strecke elektrifiziert, weitestgehend zweigleisig ausgebaut und in das Hamburger S-Bahn-Netz integriert werden. Dann könnte die Bahn von Aumühle bis Kaltenkirchen durchfahren – jetzt müssen Fahrgäste in Eidelstedt von der S-Bahn in die AKN umsteigen. Im Falle des strittigen Teilstücks in Ellerau droht eine Bürgerinitiative mit einer Klage – das hätte unkalkulierbare Folgen für den Zeitplan, was Hamburg und Kiel vermeiden wollten. Aus Sicht von Schleswig-Holsteins Verkehrsstaatssekretär Thilo Rohlfs ist das gelungen. „Für die Akzeptanz des Projektes war diese Abwägung wichtig. Wir haben eine Lösung, die die Anwohner weniger belastet.“ Und: „Wir haben deutlich bessere Chancen, bei Klagen vor Gericht zu bestehen.“

Ab 2025 soll die S-Bahn bis Kaltenkirchen fahren

Hamburgs Staatsrat für Verkehr, Andreas Rieckhof, sagte, dass jetzt die Weichen gestellt seien für eine zügige S-Bahn-Direktverbindung. „Mögliche Verspätungen dürfen sich aber nicht ins Hamburger S-Bahn-Netz übertragen.“ Das Großprojekt verzögert sich dennoch, da die Planunterlagen nun verändert werden müssen, was rund sechs Monate dauern wird. Ein Planfeststellungsbeschluss wird für Ende 2020 anvisiert, die Inbetriebnahme dann für 2025. Alles geschieht unter dem Vorbehalt, dass der Bund das 115 Millionen Euro teure Projekt mit 60 Prozent fördert. Das gilt als sicher, solange das Kosten-Nutzen-Verhältnis positiv ist.