Norderstedt
Itzstedt

Amtsvorsteher-Wahl spaltet das Amt Itzstedt

Foto: Christopher Herbst / HA

Vier weitere Abstimmungen scheitern. CDU ist nicht sich einig über weiteres Vorgehen. Jetzt setzt die Kommunalaufsicht eine Person ein

Itzstedt.  Zum dritten Mal hat der Itzstedter Amtsausschuss versucht, einen neuen Amtsvorsteher zu wählen – und zum dritten Mal gab es keine Mehrheit. Jürgen Lamp (CDU), Bürgermeister von Tangstedt, trat in vier Wahlgängen an, bekam erst 36, dann zweimal 35 und schließlich 32 Stimmen. 40 wären mindestens nötig gewesen.

Damit sind nun zusammengerechnet in drei Sitzungen neun Wahlgänge erfolglos durchgeführt worden. Die Christdemokraten bestehen bislang als stärkste Fraktion auf ihrem Vorschlagsrecht, während Wählergemeinschaften und SPD weiterhin fordern, die Wahl freizugeben. Doch das ist nur eines der Probleme, die das Amt lähmen. Im Vorfeld hatte Lamp angedeutet, dass es auch innerhalb der Union keine Mehrheit für ihn gäbe. Das legen auch die Stimmzahlen nahe, da FDP und Grüne aus Tangstedt den Kandidaten unterstützen. Im Saal wurde gemunkelt, dass der innerfraktionelle Widerstand aus Sülfeld und Kayhude kommen würde.

„Ich bin von der Mehrheit der CDU gebeten worden, zu kandidieren“, so Lamp. „Wir müssen uns jetzt noch einmal intern beraten.“ Auf Nachfrage bekannte Karl-Heinz Wegner, CDU-Bürgermeister von Sülfeld, er habe Lamp „mitgetragen“. Aber: „Wir haben auch einen Plan B vorgeschlagen. Beim Vorschlagsrecht kann man anderer Meinung sein. Die Situation ist total unbefriedigend.“ Bernhard Dwenger (CDU), seit 15 Jahren Bürgermeister von Kayhude, äußerte sich ähnlich. „Wir schaden dem Amt, das ist nicht vertretbar. Eventuell muss man das Vorschlagsrecht im Sinne des Amtes aufgeben.“ Er selbst gilt als Kompromisslösung, die sogar von der politischen Gegenseite mitgetragen werden könnte.

Trotzdem wird die Kommunalaufsicht nach dem 16. Oktober – solange darf der scheidende Amtsvorsteher Volker Bumann (CDU) kommissarisch weitermachen – eine Person einsetzen. Ob Auftragsverhaben oder Personalfragen – all das fällt in die Zuständigkeit des Vorstehers. Das könnte formal auch der leitende Verwaltungsbeamte Andreas Bigott sein. „Wir müssen arbeitsfähig sein“, sagte dieser hörbar genervt. Die Bestellung eines Beauftragten durch den Kreis ersetzt aber keine Wahl, es muss also weiter nach einer Lösung gesucht werden.