Norderstedt
Boostedt

AfD fordert Aktuelle Stunde im Landtag

Einwohnerversammlung zur Situation der Flüchtlingsunterkunft in Boostedt. Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote (l.) und Boostedts Bürgermeister Hartmut König

Einwohnerversammlung zur Situation der Flüchtlingsunterkunft in Boostedt. Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote (l.) und Boostedts Bürgermeister Hartmut König

Foto: Christopher Herbst

Bürgermeister übt Kritik an Innenminister Grote. AfD fordert, dass sich Landtag mit Boostedt und Informationspolitik befasst.

Boostedt.  Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) informierte am vergangenen Mittwoch die Boostedter auf einer Bürgerversammlung über die Situation in der Landesunterkunft für die Flüchtlinge – allerdings erwähnte er dabei nicht den brutalen Messerangriff eines Iraners auf dessen Ehefrau, der sich fünf Tage zuvor ereignet hatte (das Abendblatt berichtete ). Zwar versuchte der frühere Norderstedter Oberbürgermeister, sein Vorgehen mit einem Verweis auf die Zuständigkeit der Staatsanwaltschaft zu erklären, doch die Kritik ist groß. Boostedts Bürgermeister Hartmut König (CDU) warf Grote vor, Vertrauen verspielt zu haben.

„Im Nachhinein hätte die Staatsanwaltschaft durch das Innenministerium gebeten werden können, diesen Fall frühzeitig öffentlich zu machen“, sagte Grote später. „Dass wir nicht darauf gekommen sind, bedaure ich sehr. Das wollen und werden wir in Zukunft anders machen.“ Keineswegs habe er den Boostedtern Informationen vorenthalten wollen. Die AfD fordert nun, dass sich der Landtag bei den Plenarsitzungen in dieser Woche (Mittwoch bis Freitag) mit Boostedt und der Informationspolitik des Innenministeriums befasst. Die Fraktion beantragte deshalb eine Aktuelle Stunde, die bereits am Mittwoch stattfinden könnte.

Polizei veröffentlicht aktuelle Kriminalitätszahlen

Die Polizei veröffentlichte derweil aktuelle Kriminalitätszahlen zu der Landesunterkunft. 2017 gab es demnach 126 Straftaten (2016: 69). Darunter waren 36 Gewaltdelikte, 14 einfache und 12 schwere Diebstähle und 18 Sachbeschädigungen. Auch im Gemeindegebiet haben die Straftaten von 2016 auf 2017 um 20 Prozent zugenommen, für 2018 ist nach bisherigen Erkenntnis ebenso mit einer Zunahme zu rechnen.