Norderstedt
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Räder unterm Hammer: Stadt nimmt 1819 Euro ein

Eigentlich lag Annelies Strauds Limit bei 50 Euro: „Aber Julius hatte sich in dieses Rad verguckt.“ Mit dem Endgebot von

Eigentlich lag Annelies Strauds Limit bei 50 Euro: „Aber Julius hatte sich in dieses Rad verguckt.“ Mit dem Endgebot von

Foto: Claudia Blume

Die Verwaltung versteigerte binnen einer Stunde Fundsachen. Die Einnahmen von 1819 Euro erhält die Stadt Norderstedt.

Norderstedt.  Im Sekundentakt gehen die Gebote für das blaue Kinderrad in die Höhe. Bei 60 Euro sind noch zwei Bieter übrig. „62 Euro zum Ersten, zum Zweiten...“, erwartungsvoll blickt Auktionator Andreas Finster in die Runde. Als er den Hammer fallen lässt, drückt ein kleiner Junge seine Oma ganz fest. Julius heißt der glückliche neue Besitzer des Zweirads. Zwar fehlen Lampe und Klingel, aber das stört den Siebenjährigen nicht. „Die lassen wir nachrüsten, Hauptsache, der Junge hat wieder ein passendes Rad“, sagt Annelies Straud, die mit ihrem Enkel zur Fundsachenversteigerung der Norderstedter Stadtverwaltung gekommen war.

Innerhalb einer Stunde gingen in der Garage des Ordnungsamtes 25 Räder, Uhren und Schmuck, Handys, Kopfhörer, eine Kamera, ein Ortungsgerät sowie ein Tablet und zwei Motorroller über die improvisierte Auktionsbühne. Alles von Mitarbeitern des Bauhofes gefunden oder bei der Polizei abgegeben. „Sieben Monate hat der Eigentümer Zeit, sich zu melden, dann darf versteigert werden“, erklärt Andreas Finster, Fachdienstleiter des Ordnungsamtes. Die Einnahmen erhält die Stadt – am Mittwoch kamen 1819 Euro zusammen.

Viele wollten „nur gucken“ – und schlugen dann doch zu

Im Schnitt gingen Fahrräder für 45 Euro weg – zwei Exemplare für jeweils zwei Euro, das teuerste Rad brachte 170 Euro. Sogar die nicht mehr fahrbereiten Motorroller fanden für 12 und 15 Euro Bastelliebhaber.

Viele Auktionsbesucher wollten eigentlich „nur gucken“ – wie ein Besucher versicherte. Doch bei einem Modell der österreichischen Radschmiede Ortler blieb es nicht dabei. „130 Euro für ein 1000-Euro-Rad – das Schnäppchen konnte ich mir nicht entgehen lassen,“ freute sich der Norderstedter und musste mit zwei Rädern nach Hause schieben.

Nach einer Proberunde auf dem Rathausparkplatz ging’s für Julius heim – mit der U-Bahn, denn Oma hatte keinen fahrbaren Untersatz dabei. „In weiser Voraussicht haben wir das Auto zu Hause gelassen“, sagte Annelies Straud lachend.