Norderstedt
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Tolles Konzert – mit Watte in den Ohren

Die Julian Sas Blues Band heizte ihren Fans im Kulturwerk zweieinhalb laute Stunden ein

Norderstedt.  Es war lang und – laut. So laut, dass Miro Berbig Ohrenstöpsel verteilte. So lang, dass während des ganzen Konzerts die Türen geöffnet blieben, damit sich die Zuhörer Getränke von der Theke holen konnten.

Miro Berbig, Gründer und Sprecher der Konzertreihe Blueswerk im Norderstedter Kulturwerk, hatte das Publikum zuvor auf Betriebstemperatur gebracht: „Wollt ihr den Blues?“, fragte er – und das Publikum wollte. Rund 200 Zuhörer stopften sich Watte in die Ohren – und waren begeistert von dem, was Julian Sas und seine Band zweieinhalb pausenlose Stunden auf der Bühne abzogen – feinen Blues, harten Rock und alles, was dazwischen klingt. „It’s All Right“. War es auch. Der Song kam mit Wucht über die Rampe. „Shame On You“ erklang anfangs sogar noch wohltuend in fast normaler Lautstärke.

Mächtig klopfte Roland Bakker schwere, tiefe Orgeltöne aus seiner Hammondorgel, ein heute eher seltener gespieltes Instrument. Doch die niederländische Band um Julian Sas, die seit 26 Jahren besteht, gibt der Orgel wieder wunderbar breiten Klangraum. Vor allem auf dem neusten Album „Feelin’ Alive“, aus dem die vier viele Songs zitierten. Aber auch Cover-Versionen von Julian Sas’ Kinderzimmer-Helden wie Jimi Hendrix und Rory Gallagher erklangen.

Blues-Gitarrist, Sänger und Leader Julian Sas zelebriert den Blues rustikal, erdig und voll dunkler Gefühle, mit Poesie und Pein, immer bestens begleitet von seinen bestens aufgelegten Mitstreitern. Die vier singen und spielen von Helden, von verletzter Liebe und Trauer, und das machen sie voll Schmerz und Zorn.