Norderstedt
Schröters Wochenschau

Schweres Gerät mit Event-Charakter für den Straßenbau

Jan Schröter

Jan Schröter

Foto: Wolfgang Klietz

Egal, ob für die Stadt eine Straße gebaut oder irgendwo der Wasserhahn repariert wird: Es wird teuer, und man muss warten.

Die Stadt Norderstedt möchte das letzte Stück einer geplanten Umgehungsstraße in Auftrag geben und hat das Bauprojekt ordnungsgemäß für interessierte Baufirmen ausgeschrieben. Es interessierten sich wenige. Eigentlich nur zwei. Und das günstigste Kostenangebot lag über 25 Prozent höher als ursprünglich im Etat vorgesehen.

Egal, ob für die Stadt eine Umgehungsstraße gebaut oder in Erika Mustermanns Küche der Wasserhahn repariert wird: Es wird teuer, und man muss darauf warten. Angeblich will ja heutzutage keiner mehr Handwerker werden. Vermutlich wimmeln die Betriebe einfach alle Bewerber ab, das macht ihr Dienstleistungsangebot zu einem knappen und damit teurem Gut. Ganz schön clever. Von wegen, keiner mag Bauarbeiter sein. Überall in der Republik existieren professionelle Freizeitgelände, auf denen Menschen mit Hang zu schwerem Baugerät ihre Leidenschaft ausleben und stundenweise mit Schaufelbagger & Co. im Sand graben dürfen. Dafür zahlen die sogar noch, so lieben sie es.

Womit wir bei der Lösung für alle öffentlichen Bauprojekte sind, die aufgrund überzogener Kostenvoranschläge oder terminverhinderter Baufirmen in Verzug geraten. Liebe Gemeinden und Stadtverwaltungen, stellt einfach ein paar gebraucht erworbene Baumaschinen auf die geplante Baustelle und setzt auf die Event-Kultur. Stellt einen Menschen mit ungefährem Überblick über das Bauvorhaben dazu und einen weiteren, der kurz die Bedienungsanleitung aller vorhandenen Geräte vermittelt. Die willigen Bauhelfer stehen Schlange, garantiert. 10 Euro für die halbe Stunde, ein Blaumann mit Werbeaufdruck sowie der Bauhelm mit Monogramm kann als Souvenir käuflich erworben werden. Die Umgehungsstraße ist in Rekordzeit fertig und wird sogar noch Geld einbringen. Das nehmen wir dann für die professionell vermurkste ­A-7-Brücke im Harksheider Weg. Ach nein, die bauen wir auch lieber selbst.