Norderstedt
Kreis Segeberg

Freibäder: Rekord-Bilanzen im Super-Sommer

Planschen im Herbst: Der kleine Nick aus Hamburg genießt am Dienstag Sonne und Wasser im Itzstedter Freibad

Planschen im Herbst: Der kleine Nick aus Hamburg genießt am Dienstag Sonne und Wasser im Itzstedter Freibad

Foto: Andreas Burgmayer

In diesem Sommer gab es so viele Besuche wie nie zuvor. Und trotzdem bleibt den Freibädern des Kreises am Ende oft ein Defizit.

Kreis Segeberg.  Die Sonne steht tief und golden über dem Itzstedter See. „Kostet Überwindung. Aber wenn man erst mal drin ist – herrlich“, sagt eine Schwimmerin, die im etwa 18 Grad warmen Wasser des Sees ihre Runden dreht. Es ist der 19. September. Kurz vor Herbstbeginn, aber immer noch Hochsommer. Der Super-Sommer 2018 nimmt keine Ende. Und auch, wenn uns allen klar ist, dass der Klimawandel dahinter steckt, so genießen wir doch ein Jahr, in dem es mehr sonnige als verregnete Monate in Norddeutschland gibt.

In den Freibädern der Region wurden in der jetzt zu Ende gehenden Badesaison sämtlich die Besucherrekorde gebrochen. Zum ersten Mal ist der Blick in die Kasse des Freibades für die Geschäftsführer mit einem Lächeln verbunden. Wobei trotz allen Umsatzes am Ende doch nur wieder ein Defizit bleibt – Freibäder sind ein Zuschussgeschäft.

Im Warmwasserfreibad 68.000 Gäste gezählt

„Arriba“-Geschäftsführer Ruud Swaen zieht gut gelaunt Bilanz über die Saison im Strandbad des Stadtparkes. Bis zur Schließung des Strandes Ende August zählte man an der Kasse 46.039 Badegäste. Im verregneten Sommer 2017 waren es zum Vergleich 15.150 Menschen. „Das ist eine Steigerung von 204 Prozent. Das war schon eine tolle Saison“, sagt Swaen. Im Erlebnisbad habe man auch über 30.000 Badegäste mehr als im letzten Jahr und stehe derzeit bei 609.000. Am Jahresende erwartet Swaen, dass die Grenze von 800.000 Besuchern abermals überschritten sein wird. Natürlich bringe der Publikumserfolg auch etwas auf der Einnahmenseite – doch auch die Kosten steigen eben, wenn mehr Leute kommen.

Ein Schicksal, das Geschäftsführer Torge Pfennigschmidt von der Holstentherme in Kaltenkirchen mit Swaen teilt: „Mehr Leute verbrauchen mehr Wasser beim Duschen und auf den Toiletten, außerdem müssen wir mehr Personal in allen Bereichen einsetzen – an der Kasse und auch bei der Aufsicht.“ Im Warmwasserfreibad der Therme wurden dieses Jahr 68.000 Badegäste gezählt, je zur Hälfte Kinder und Erwachsene und 39.000 mehr als noch 2017. „Bei 1,40 Euro Eintritt und den vielen günstigen Dauerkarten bleibt da am Ende doch nur ein Defizit“, sagt Pfennigschmidt.

Es bleibt Luft für Investitionen

Im Naturbad Beckersberg in Henstedt-Ulzburg ist Schwimmmeister Stephan Baron immer noch sauer darüber, dass ihm Ende August die Steganlage abgesackt ist und das Bad deswegen vorzeitig schließen musste. „Im September hätten wir sonst bestimmt noch 4000 Gäste dazu gewonnen.“ So bleibt der Besucherrekord bei 23.296 Badegästen. 2017 waren es dagegen kümmerliche 4329 Gäste.

„2006 war es mal ähnlich gut, 2000 war auch nicht schlecht, davor muss man bis nach 1996 zurückgehen, um ähnlich gute Zahlen zu finden.“ Die Einnahmen lägen wohl etwa bei 37.000 Euro. „Viel, viel besser als das Taschengeld, das in früheren Jahren hier rum kam.“ Tatsächlich bleibt jetzt auch Luft für einige Investitionen im Bad. „Wir bekommen einen neuen Kletterwürfel, eine Rutsche und die Reparatur der Steganlage wird sicher auch noch einiges kosten“, sagt Baron.

Itzstedter Freibad: Öffnungszeiten verlängert

Im Itzstedter Freibad schaut in den letzten Tagen des Super-Sommers der technische Leiter Johannes Schmidt vom DLRG nach dem Rechten. „Wir haben spontan die Öffnungszeiten bis diesen Freitag verlängert.“ Selbstredend sind auch im beliebten Badesee in Itzstedt sämtliche Rekorde gepurzelt.

„Im Vergleich zum Vorjahr haben wir unsere Besucherzahlen verdreifacht“, sagt Schmidt. Demnach müssten es in diesem Jahr etwa 40.000 Badegäste gewesen sein. Der See hat der Belastung Stand gehalten, die Wasserqualität blieb bis zuletzt gut, wenn auch der Wasserstand nun extrem niedrig ist und manche Uferbereiche schon trocken fallen.

Für den einzigen Wermutstropfen dieses Top-Sommers haben ein paar Idioten gesorgt, die vor drei Wochen ins Freibad einbrachen. Neben Waren und Wechselgeld aus dem Kiosk haben die Diebe die Spendenkasse des DLRG mitgehen lassen. „Da waren alle Spenden und einige Trinkgelder aus dem Kiosk drin. Wir hatten die Kasse leider länger nicht geleert“, sagt Schmidt. Mit dem Geld wollten die Lebensretter vom DLRG eigentlich einen Teil der Kosten für das Wintertraining decken.

Wer dem DLRG Itzstedt etwas Gutes tun möchte, der spendet auf das Konto des Vereins bei der Raiffeisenbank Leezen(IBAN DE 77 2306 1220 0001 3313 37)