Norderstedt
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Betrunken und ohne Führerschein am Steuer

Eine Frau aus Henstedt-Ulzburg musste sich vor Gericht verantworten (Symbolfoto)

Eine Frau aus Henstedt-Ulzburg musste sich vor Gericht verantworten (Symbolfoto)

Foto: imago stock&people

Eine unbelehrbare 27-Jährige wird vom Amtsgericht Norderstedt verurteilt. Sie fuhr ohne Führerschein und mit Alkohol im Blut Auto.

Norderstedt.  Sich betrunken ans Steuer zu setzen – für manche scheint diese Verantwortungslosigkeit nach wie vor nur ein Kavaliersdelikt zu sein. Zumindest stehen auch vor dem Amtsgericht Norderstedt immer wieder Alkoholiker vor dem Richter. In diesem Fall eine 27-jährige aus Henstedt-Ulzburg. Ihr Fahrverhalten war allerdings besonders dreist.

Nervös rutschte die junge Frau auf dem Anklagestuhl hin und her. Sie ist zierlich, modisch angezogen und hat ein offenes, sympathisches Gesicht. Wenn sie spricht, wippt ihr strohblonder Pferdeschwanz von links nach rechts. „Es stimmt alles, was mir vorgeworfen wird“, gesteht die 27-Jährige gleich zu Prozessbeginn.

Angeklagte hat nie einen Führerschein besessen

Sie war im Mai 2017 mit ihrem Smart in Henstedt-Ulzburg unterwegs gewesen, als sie von einer Polizeistreife angehalten wurde. Aus gutem Grund, denn aus dem Kleinwagen mit zwei Sitzen stiegen gleich vier Personen aus. Die Angeklagte zur damaligen Platzverteilung: „Einer saß beim Beifahrer auf dem Schoß, der andere kauerte sich in den Kofferraum“. Die verdutzten Ordnungshüter staunten. Auf die Frage nach dem Führerschein schüttelte die Fahrerin nur bedauernd mit dem Kopf: Sie besaß keinen. Der Alkoholtest ergab einen Wert von 1,45 Promille.

„Ich hab noch nie einen Führerschein besessen“, räumt die Angeklagte im Prozess ein. Dafür gehörte ihr der mittlerweile betagte Smart, den sie großzügig an Bekannte auslieh. Manchmal habe sie gar nicht gewusst, bei wem und wo ihr Wagen gerade stand. Die Angeklagte hat das Hotelfach gelernt. Sie habe zuletzt im Kindergarten gearbeitet, sei jetzt arbeitslos und habe deshalb momentan nur wenig Geld. Ohne Führerschein kurvte sie in den vergangenen Monaten durch die Gegend. Zweimal wurde sie von der Polizei geschnappt. Das Amtsgericht Neumünster verurteilte sie zu Geldstrafen. Die Angeklagte sei unbelehrbar und die Geldstrafen hätten nichts bei ihr bewegt, führte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer aus und forderte eine mehrmonatige Bewährungsstrafe und die Beschlagnahme des Autos. Dem folgte der Amtsrichter in seinem Urteil nicht ganz: Er ließ die Frau mit einer Geldstrafe von 900 Euro davonkommen. Der Smart aber – den beschlagnahmte das Gericht.