Norderstedt
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Linksjugend fordert bezahlbare Wohnungen

Celina Saldeitis (16), Denise Pingel (17) und Annine Gerhardt (16, v. l.) von der Linksjugend solid

Celina Saldeitis (16), Denise Pingel (17) und Annine Gerhardt (16, v. l.) von der Linksjugend solid

Foto: Michael Schick

Drei Frauen sammeln 500 Unterschriften und übergeben in der Stadtvertretung eine Petition an Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder.

Norderstedt.  Eine Stadt für Alle stand auf dem Spruchband. Das durften die Vertreterinnen der Linksjugend solid zwar vor den Stadtvertretern im Norderstedter Rathaus nicht ausrollen. Doch die drei jungen Frauen nutzten ein legales Instrument um ihre Forderung vorzubringen: die Einwohnerfragestunde.

„Wie wollen sie garantieren, dass junge Leute eine bezahlbare Wohnung in Norderstedt finden?“ Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder verwies auf das lokale Bündnis für Wohnen, dass gerade geschmiedet werde und auch Wohnungen hervorbringen soll, die Menschen mit geringem Einkommen bezahlen könnten. „Außerdem gibt es den Vorschlag aus der Politik, ein Wohnheim für Azubis zu bauen. Da werden wir demnächst Details präsentieren.“

Forderung: eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft

Annine Gerhardt (16) übergab Roeder einen Ordner mit einer Petition und 500 Unterschriften. Darin fordern die Linksjugend und die Unterzeichner eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft. „Norderstedt darf sich als zukunftsorientierte Stadt nicht länger abhängig machen von Bauunternehmen, sondern muss sich für die stark machen, die aus unserer Stadt verdrängt werden“, schreiben die Verfasserinnen. Sie verweisen auf Artikel 13 des Grundgesetzes, der die Unverletzlichkeit der Wohnung garantiert. Das Recht auf eine Wohnung sei folglich ein Grundrecht. Nur: Die könnten sich viele nicht mehr leisten, nicht nur junge Leute, sondern auch Menschen, die in Altersarmut leben müssten oder von ihr bedroht seien.

Alle Politiker begrüßten das Engagement der Linksjugend, SPD und Die Linke hatten sich ohnehin schon für eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft ausgesprochen. Grüne und die WiN wollten sich nicht festlegen und erst die Diskussion im interfraktionellen Arbeitskreis und im lokalen Bündnis für Wohnen abwarten.

CDU-Fraktionschef Peter Holle sieht in einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft nicht „den Königsweg“, auch Thomas Thedens (Freie Wähler) und Christian Waldheim (AfD) zeigten sich skeptisch gegenüber der Forderung der Linksjugend. „Die Wohnungsbaugesellschaften können das besser als der Staat“, sagte FDP-Fraktionschef Tobias Mährlein.