Norderstedt
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Große Zustimmung für Hospiz in Friedrichsgabe

Pastor Andreas Hausberg stellte im Norderstedter Rathaus die Pläne für das Hospiz in Friedrichsgabe vor

Pastor Andreas Hausberg stellte im Norderstedter Rathaus die Pläne für das Hospiz in Friedrichsgabe vor

Foto: Burkhard Fuchs

Pläne für das 14-Zimmer-Haus wurden im Norderstedter Rathaus erstmals öffentlich vorgestellt. Es gibt bereits Initiativ-Bewerbungen.

Norderstedt.  Mit dem geplanten Bau eines Hospizes an der Lawaetzstraße in Friedrichsgabe rennen die Planer in Norderstedt offenbar offene Türen ein. Bei der ersten öffentlichen Vorstellung der konkreten Pläne für dieses 14-Zimmer-Haus im Plenarsaal war das Echo einhellig positiv. „Ich freue mich schon auf die Grundsteinlegung und das Richtfest“, frohlockte Angelika Kahlert vom Seniorenbeirat, der sich seit Jahren dafür eingesetzt hat. Das Haus, das ab April 2020 15 examinierte Pflegekräfte beschäftigen soll, werde keine Personalsorgen haben, versprach Susanne Piazza vom Norderstedter Pflegeteam. „Wir haben schon zahlreiche Initiativ-Bewerbungen von Pflegekräften mit Palliativ-Ausbildung vorliegen.“

Die Albertinen-Stiftung, die seit zehn Jahren mit Norderstedt als Partner ein Hospiz in Hamburg-Volksdorf betreibt, will nun, wie berichtet, gemeinsam mit Norderstedt und Henstedt-Ulzburg eine fast baugleiche Einrichtung in der Nähe des AKN-Bahnhofs Friedrichsgabe betreiben. Baubeginn soll im Juni nächsten Jahres sein, kündigte Pastor Andreas Hausmann an, der Geschäftsführer beider Hospiz-Einrichtungen ist. Da von den Investitionskosten in Höhe von vier Millionen Euro eine Million Euro durch Spenden eingenommen werden sollen, warb er im Norderstedter Rathaus vor 60 Zuhörern um tatkräftige Unterstützung. Es bedürfe eines großen Freundeskreises, der bereit sei zu spenden und sich als ehrenamtliche Helfer zu engagieren. Eine Norderstedterin, die nicht genannt werden wolle, habe bereits 50.000 Euro zugesagt, berichtet Hausmann.

Helfer werden gezielt auf ihre schwere Aufgabe vorbereitet

Die ehrenamtlichen Helfer würden in 80 Stunden in Theorie und Praxis gezielt auf die schwere Aufgabe vorbereitet, sterbenskranke Menschen, die zum größten Teil bettlägerig sein werden und nur noch wenige Wochen zu leben haben, bis zu ihrem Tod zu begleiten. „Unser Motto lautet: Der Gast ist bei uns König. Jeder Mensch hat das Recht, sein Leben so zu beenden, wie er es möchte.“

Der dafür nötige hohe Personalschlüssel von 14 Vollzeit-Kräften mache eine Tagespauschale von 394 Euro nötig, erklärt der Hospiz-Leiter. In Volksdorf würden jedes Jahr etwa 180 Menschen auf diese Weise „verabschiedet“, sagte der Pastor. Die Verweildauer betrage im Durchschnitt etwa 30 Tage. Alle Mitarbeiter würden eine Palliativ-Care-Ausbildung vorweisen müssen. Die ersten Bewerbungen lägen vor.

Träger muss erst einmal mit Defizit rechnen

Die Kosten trügen zu 95 Prozent die Pflegekassen. Die restlichen fünf Prozent müssten durch Spenden eingeworben werden, erklärt Hausberg. Da der Träger aber insbesondere im ersten Jahr mit einem Defizit von 250.000 Euro rechne, haben sich Norderstedt (39 Prozent Anteil) und Henstedt-Ulzburg (10 Prozent) bereit erklärt, fünf Jahre lang jeweils bis zu 125.000 Euro beziehungsweise 35.000 Euro für die Betriebskosten beizusteuern. 51 Prozent der Lasten trägt die Albertinen-Stiftung.

Auch die beiden Bürgermeister zeigten sich begeistert von dem Hospiz-Vorhaben. „Ich freue mich sehr über dieses Projekt“, sagte Norderstedts OB Elke Christina Roeder. „Es gehört in die Region. Wir werden alle davon profitieren“, sekundierte Amtskollege Stefan Bauer aus Henstedt-Ulzburg, wo der geplante Bau des gemeinsamen Hospizes am Dienstag, 23. Oktober, 19 Uhr, im Rathaus noch einmal in allen Einzelheiten der Bevölkerung öffentlich vorgestellt wird.