Norderstedt
Kreis Segeberg

Gewerkschaft warnt vor Altersarmut trotz Vollzeitjob

Kreis Segeberg. Gefangen im Niedriglohn: 13.300 Vollzeit-Beschäftigte im Kreis Segeberg verdienen weniger als 2200 Euro brutto im Monat. Das sind 23 Prozent aller Menschen, die hier sozialversicherungspflichtig die volle Stundenzahl arbeiten. Darauf hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt hingewiesen. Die IG Bau Holstein beruft sich auf eine aktuelle Statistik der Arbeitsagentur.

Gewerkschafter Ralf Olschewski warnt: „Wer heute in Vollzeit weniger als 2200 Euro verdient, der ist mit hoher Wahrscheinlichkeit im Alter auf staatliche Stütze angewiesen.“ Das ergebe sich aus Berechnungen der Bundesregierung. Danach muss ein Vollzeit-Arbeitnehmer im Schnitt mindestens 12,63 Euro pro Stunde verdienen, um nach 45 Beitragsjahren bei der Rente oberhalb der staatlichen Grundsicherung zu landen. Für den IG-Bau-Bezirksvorsitzenden ist das ein unhaltbarer Zustand: „Altersarmut trotz Vollzeit – das kann nicht sein. Wer jeden Tag acht Stunden malocht, der muss von seiner Arbeit auch leben können.“ Olschewski spricht von einem Ausufern des Niedriglohnsektors, dem die Politik zu lange zugeschaut habe.