Norderstedt
Norderstedt

Frauen im Aufsichtsrat – Grüne alarmieren Kommunalaufsicht

Zwei von nur 13 Politikerinnen in der Stadtvertretung: Dagmar von der Mühlen (2. v. r.) und Petra Müller-Schönemann (beide CDU)

Zwei von nur 13 Politikerinnen in der Stadtvertretung: Dagmar von der Mühlen (2. v. r.) und Petra Müller-Schönemann (beide CDU)

Foto: Andreas Burgmayer

Kommunalaufsicht soll Rechtmäßigkeit der Besetzungpraxis der Aufsichtsräte städtischer Gesellschaften durch die Politik prüfen.

Norderstedt.  Der Grüne Ortsverband in Norderstedt will die Kommunalaufsicht einschalten. Diese soll die Rechtmäßigkeit der Besetzungspraxis der Aufsichtsräte städtischer Gesellschaften durch die Politik prüfen.

Die Fraktionen der Stadtvertretung – auch die der Grünen – hatten in einer gemeinsamen Erklärung eingestanden, dass es in zwei Aufsichtsräten der Stadt (EgNo und wilhelm.tel) nicht gelungen war, ebenso viele Frauen wie Männer zu besetzen (wir berichteten ). „Die Argumentation, es seien keine fähigen Frauen gefunden worden, ist wirklich unfassbar und zeigt auf, wie es bei den meisten Fraktionen um die Beteiligung von Frauen gestellt ist“, sagt Katrin Schmieder, die den grünen Ortsverband gemeinsam mit Detlev Grube führt. In Norderstedt blieben wichtige Themen Männersache, Einarbeitung und Unterstützung neuer Politikerinnen sei nicht in Sicht. Erst Ende 2016 hat die Stadtvertretung auf Antrag der Grünen-Fraktion eine paritätische Besetzung aller Aufsichtsräte beschlossen. „Unser Antrag aus 2016 war einvernehmlich von allen beschlossen worden und den gesellschaftlichen und rechtlichen Anforderungen gezollt. Die Gesellschafterverträge, die noch eine Benennung der Aufsichtsratsmitglieder allein aus den Reihen der Stadtvertretung vorsehen, gilt es, nun zu ändern, um den Weg für Expertinnen aller Gesellschaftsgruppen frei zu machen“, sagt Detlev Grube.

Die Besetzung der Gremien könne jederzeit geändert werden. „Wir haben in unserem Ortsverband genügend Frauen mit Sachverstand. Wenn die anderen Parteien Bedarf haben, können wir ihnen Aufsichtsrätinnen zur Verfügung stellen“, sagt Schmieder.