Norderstedt
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Am Hochsitz können die Kinder wieder spielen

Der Spielplatz wurde nach Abschluss der Untersuchungen freigegeben

Der Spielplatz wurde nach Abschluss der Untersuchungen freigegeben

Foto: Wolfgang Klietz

Unter dem Areal war eine Massengrab aus der NS-Zeit vermutet worden. Untersuchungen abgeschlossen, Verdacht ausgeräumt.

Norderstedt.  Der Spielplatz an der Straße Am Hochsitz darf jetzt wieder das sein, was er seit Jahrzehnten ist – ein Spielplatz. Nachdem die archäologischen Untersuchungen auf der Fläche abgeschlossen wurden und ein grausamer Verdacht ausgeräumt wurde, haben die Mitarbeiter des städtischen Betriebsamtes den kleinen Spielplatz in der Siedlung aus den 60er-Jahren komplett wiederhergestellt.

Das Archäologische Landesamt war in der vergangenen Woche dem Hinweis einer älteren Norderstedterin nachgegangen, die Ende Mai Mitarbeitern des städtischen Bauhofs berichtet hatte, dass sich unter dem Spielplatz ein Massengrab befinde. Bei den Leichen soll es sich nach ihren Angaben um Opfer des Euthanasie-Programms der Nationalsozialisten in der sogenannten Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn handeln. Die Archäologen gruben mit Unterstützung der Stadt tiefe Gräben und stießen bis weit unter den Spielsand in das Erdreich vor. Sie fanden aber keinerlei Anzeichen für ein Massengrab – lediglich einen Tierknochen, mutmaßlich aus Schlachtabfällen stammend.

Kinder können nun wieder auf der frisch planierten Fläche auf dem neuen, ausgetauschten Spielsand toben. „Wir freuen uns sehr über das Ergebnis der Untersuchungen“, sagt der Sprecher der Stadt, Bernd-Olaf Struppek. Ausdrücklich bedankt sich die Stadt für die Geduld der Kinder und Bewohner des Viertels – schließlich war der Spielplatz wegen der ungeklärten Vermutungen seit Mai komplett gesperrt.