Norderstedt
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Schwarzfahrer kommt mit einer Verwarnung davon

Norderstedt.  Wer als Jugendlicher in Norderstedt eine Straftat begeht, bekommt es mit der Jugendrichterin Claudia Naumann zu tun. Sie kennt ihre Pappenheimer. Auch der 21-Jährige vor ihr ist für sie kein Unbekannter. Ihn hat sie wegen gemeinschaftlichen Diebstahls und wegen vorsätzlichen Vollrausches in der Vergangenheit schon zweimal verurteilen müssen.

Diesmal steht der junge Mann wegen dreimaligen Schwarzfahrens vor Gericht. Er betont, seine „Schulden“ bei der AKN längst bezahlt zu haben, eine Monatskarte besitze er jetzt auch. Damals habe er bei seiner Oma gelebt und hatte kaum Geld, weil er die Hälfte seines Lohnes wegen Schulden „abdrücken“ musste, räumt er ein. Als Kleinkind war er einst mit seinen Eltern aus der Türkei nach Deutschland gekommen. Wegen dauernden Störens war er von der Gemeinschaftsschule geflogen und hatte danach die Förderschule ohne Abschluss verlassen. Seitdem hangele er sich mit Gelegenheitsjobs durchs Leben. Weil er auch Drogen konsumiert hatte, wurde er in einem früheren Urteil auch zur Teilnahme an fünf Suchtberatungsterminen verurteilt.

Sein Ziel sei nun der Hauptschulabschluss, betont der Angeklagte mit dem dunklen dichten Haarschopf. Er habe länger schon einen festen Arbeitsplatz und müsse deshalb früh aufstehen. Er nehme keine Drogen mehr, auch Alkohol trinke er kaum noch.

„Jetzt muss es aber wirklich vorbei sein mit dem Tralala von früher“, mahnt die Richterin. Er sei jetzt allein für sich selbst verantwortlich. Sie erteilt ihm eine Verwarnung, die mildeste Strafe im Jugendstrafrecht. Allerdings hat er 200 Euro an die ATS-Suchtberatungsstelle in Norderstedt zu überweisen.