Norderstedt
Kaltenkirchen

25 Jahre Hilfe für eine Schule in Lettland

Eine Schülerin meldet sich in einem Klassenzimmer

Eine Schülerin meldet sich in einem Klassenzimmer

Foto: Marijan Murat / dpa

Auch im Ruhestand setzt der ehemalige Kaltenkirchener Lehrer Juris Bekeris seine Spendenaktion für die Schule in Palvinas fort.

Kaltenkirchen.  „Wenn Kinder erleben, dass sie anderen helfen können, stärkt es ihre soziale Kompetenz – und macht sie unheimlich stolz“, sagt Juris Bekeris zufrieden, während er in Gedanken die 25 Jahre, die seine Spendenaktion nun schon existiert, noch einmal Revue passieren lässt. Eine Spendenaktion für das Gymnasium der lettischen Stadt Plavinas, einem Ort 130 Kilometer östlich von Riga. Und die Kinder, von denen der 75-Jährige spricht, sind seine ehemaligen Schüler von der Geschwister-Scholl-Hauptschule Kaltenkirchen, an der der geborene Lette bis vor zehn Jahren Schulleiter war.

Gemeinsam mit ihren Lehrern haben die Schülerinnen und Schüler in ihren Klassen über Jahre jeweils ein Paket für einen Schüler aus Plavinas gepackt. „Dabei hat jeder etwas beigesteuert, Lebensmittel oder Kleidung. So lernten die Kinder, dass sie auch mit wenig viel erreichen können“, sagt Juris Bekeris. Für das Engagement von Schülern, Kollegen, Generationen von Hausmeistern und Sekretärinnen in Sachen Plavinas ist er bis heute dankbar. „Ohne die tolle Unterstützung hätte ich die Aktion nicht so lange durchführen können“, betont der 75-Jährige.

Damals, Anfang der 90er-Jahre, war er als Schulleiter auf der Suche nach einem Projekt, das seine Schule langfristig unterstützen kann. Selbst in der Nähe von Plavinas geboren, floh er als Einjähriger 1944 mit seinen Eltern nach Deutschland. „Es hätte auch ein anderes Land, eine andere Schule werden können, für die ich mich eingesetzt hätte“, sagt er. „Aber ich habe einen persönlichen Bezug zu der Schule, da meine Eltern dort das Abitur gemacht haben.“ Bekeris überzeugte das Kollegium von seinem Vorhaben, um fortan Jahr für Jahr zig Pakete per Lkw nach Plavinas zu schicken. „Auch die Geschäftswelt unterstützte mich mit finanziellen Spenden, von denen medizinische Hilfe, größere Sachspenden oder der Besuch lettischer Kinder in deutschen Familien finanziert werden konnten“, erinnert sich der Pädagoge, für den auch nach einem Vierteljahrhundert nicht Schluss ist mit der Aktion. Die medizinische Hilfe und die Schülerreisen wird er fortführen. „Die vielen Dankesbriefe der lettischen Kinder, die uns erreicht haben, spornen zum Weitermachen an“, betont Bekeris, der zum Dank von der Stadt Plavinas zum Ehrenbürger ernannt wurde.

Am Mittwoch ist Juris Bekeris erneut nach Lettland aufgebrochen, begleitet wird er von seiner Margrit, die die Hilfsaktion in den vergangenen 25 Jahren stets unterstützt hat. Und dabei sind auch ihre Kinder mit ihren Familien.