Norderstedt
Schröters Wochenschau

So entsorgt man seinen Schrott zeitgemäß

Jan Schröter, Autor aus Bad Bramstedt

Jan Schröter, Autor aus Bad Bramstedt

Foto: Wolfgang Klietz

Von den Alten lernen heißt für das Leben lernen: Diesel-Fahrer könnten sich ein Beispiel an einer Schmalfelder Autoentsorgung nehmen.

Norderstedt.  Im beschaulichen Schmalfeld stieß ein Häuslebauer bei Aufräumarbeiten auf seinem neuen Grundstück unter einem Erdhügel auf einen vergrabenen VW „Käfer“, Baujahr 1958. Nachforschungen ergaben, dass der Wagen vermutlich in den 70er-Jahren vom damaligen Besitzer verbuddelt wurde, um die Entsorgungskosten zu sparen.

Das hat offenbar funktioniert. Da demnächst Millionen betrogene Dieselkutschen-Kunden vor einer vergleichbaren Problematik stehen, könnte sich auch in diesen Fällen die alte Weisheit bewahrheiten: von den Alten lernen heißt für das Leben lernen. Selbstverständlich müsste man das Vorgehen ein wenig modifizieren. Denn damals, so berichten Zeitzeugen, hat sich das Verbuddeln des „Käfers“ über Monate hingezogen. Dafür hat heute niemand Zeit. Ich schlage vor, wir etablieren eine neue Dienstleistung. Einen Service für Fake-Erdhügel aus leichtem Kunststoff. Auto im Garten einparken, Fake-Erdhügel drüber, Blumenerde und Bepflanzung gibt’s im Baumarkt. Sieht nett aus, so ein Blumenhügel im Garten. Und falls man Sehnsucht nach der alten Dieselkarre und dem unsoliden Leben von früher hat, schleicht man sich nachts raus, lupft den Fake-Hügel an und fährt eine Runde um den Block. Zigaretten holen oder so, Feinstaubwolken sieht man im Dunkeln sowieso nicht. Danach steht der Wagen wieder unsichtbar unter Plastik und Blumen. Dort entdeckt ihn nicht mal Google Earth oder der Nachbar mit der Fotodrohne, die Kfz-Zulassungsstelle wird also nie davon erfahren. Man spart Steuern, Entsorgungskosten und hat trotzdem Spaß. Bei weiteren Fahrzeugen assen sich schnell zusätzliche Fake-Hügel aufstellen. Dadurch bewirken Gartenfreunde auch die Vergrämung von Maulwürfen. Die Tiere sehen das und denken: Nee, hier war ich schon.