Norderstedt
Norderstedt/Lübeck

Täter stellte sich nach Bluttat der Polizei

In Lübeck wird der Prozess gegen einen 50-Jährigen, der seine Ehefrau vor den Augen des gemeinsamen Sohnes getötet hat, fortgesetzt

In Lübeck wird der Prozess gegen einen 50-Jährigen, der seine Ehefrau vor den Augen des gemeinsamen Sohnes getötet hat, fortgesetzt

Foto: Christophe Gateau / dpa

Der 50 Jahre alte Angeklagte hatte seine Ehefrau vor den Augen des gemeinsamen Sohnes ermordet. Er hat die Tat bereits gestanden.

Norderstedt/Lübeck.  Die Tat ist grausam – so grausam, dass selbst der Täter nicht verstehen kann, wie er dazu fähig war. „Es tut mir sehr leid, was ich getan habe. Ich würde es gerne ungeschehen machen“, sagte der 50-jährige Rüdiger Z. am Montag beim Prozessauftakt vor dem Lübecker Landgericht.

Der Anlagen- und Betriebstechniker hat im Dezember 2017 in Bad Schwartau seine 44-jährige Ehefrau vor den Augen des gemeinsamen Sohnes (damals 6) erstochen. Danach fuhr Z. mit dem Kind zu seiner Mutter nach Norderstedt und gab den Jungen bei seiner Oma ab. Anschließend stellte er sich auf der Polizeiwache in Garstedt. Der Junge lebt nach wie vor bei seiner Großmutter.

Gleich zu Prozessbeginn gestand der 50-Jährige, seiner Frau mit einem Kaffeebrecher so hart gegen den Kopf geschlagen zu haben, dass sie zu Boden ging. Anschließend habe er mit zwei Küchenmessern mehrfach auf sie eingestochen. Grund seien Sorgerechtsstreitigkeiten um den gemeinsamen Sohn gewesen, sagte er vor Gericht. Der Angeklagte verlas laut den „Lübecker Nachrichten“ zu Beginn des Prozesses eine nahezu dreistündige Erklärung. Darin bekennt er: „Es war eine bestialische Tat, die auch nicht verziehen werden kann.“ Bis heute habe er noch keine Erklärung dafür, warum er so voller blinder Wut und rasendem Zorn zu dieser Tat fähig war. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 50-Jährige seine Frau töten wollte und wirft ihm Totschlag vor. Der Angeklagte dagegen beteuerte am Montag, er habe seine Frau nicht töten wollen. Er sei im Streit ausgerastet.

Der Prozess wird am Mittwoch, 27. Juni, um 8.45 Uhr vor der I. Großen Strafkammer am Landgericht (LG) fortgesetzt. Verhandelt wird in der LG-Außenstelle Am Flugplatz 4 (Gebäude 26, Saal A).