Norderstedt
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Gute Schauspieler kämpfen mit zu langen Texten

Das English Theatre Curtain Call führt die Krimi-Komödie „The House on the Cliff“ im Kulturwerk auf

Norderstedt.  Es ist kein Psycho-Thriller, sondern eine Krimi-Komödie. Dafür aber fehlt dem Stück gehörig Dampf. Auch das English Theatre Curtain Call des Theaters Pur konnte „The House on the Cliff“ von George Batson keinen Thrill geben. Jedenfalls nicht bei der Premiere im Norderstedter Kulturwerk.

Dafür sind die Dialoge zu lang, Szenen wiederholen sich zu oft, Wendungen, die das Publikum in die Irre führen sollen, verpuffen. Regisseurin Elaine Pahl und ihr Team hätten gehörig den Rotstift im Rollenbuch tanzen lassen sollen. Das hätte den Spielern auch Raum gegeben, sich mehr auf die Feinheiten im Text und auf die Pointen konzentrieren zu können, statt die große Textmenge bewältigen zu müssen. Hänger waren die Folge, und damit wurde der Fluss der Dialoge ein weiteres Mal gehemmt.

Schauspielerisch war das Curtain-Call-Team bei der Premiere gut aufgelegt. Chris Brumm-Williamsen als Witwe Karen Clayton und Stiefmutter der Tochter Ellen ihres tödlich verunglückten Ehemannes legt ihre Rolle fürsorglich an, versteht es aber, immer wieder, ein feines Quantum Tücke in ihr Spiel zu mischen. Ellen sitzt seit dem Unfall im Rollstuhl. Lili Werner gibt dem Mädchen intuitiv verzweifelte Züge und bringt es glaubhaft über die Rampe, dass Ellen als Einzige keine Mörderin sein kann.

Elaine Pahl ist Haushälterin Jenny und kann wieder mit ihrer wundervoll beleidigt gespielten Empörung und ungemein intensiven Mimik punkten. Michaela Kluckert gibt der Nurse Pepper glaubhaft detektivische Neugier, zupackenden Charme und räumt die eher verhaltene Szenerie temperamentvoll auf. Uli Mantschke spielt als Doctor Phillips sehr verhalten. Ihm gelingt es aber, seine Rolle zum Ende des Spiels durchaus zwielichtig zu prägen. Dass er allerdings wie auch Elaine Pahl und Chris Brumm-Williamson eine Perücke tragen muss, bleibt sinnfrei. Dietmar Ritters Spiel als Doctor Lane wirkt indes noch sehr einstudiert.

„The House in the Cliff“, Sa/So 10./ 11.3.,
19 Uhr, Kulturwerk, Karten zu 7,50 Euro im Vvk. und unter www.theaterpur.de.