Norderstedt
Umwelt

Norderstedt soll wieder mehr aufblühen

Das Norderstedter Betriebsamt sei längst auf der Suche nach geeigneten Flächen, auf denen mehr Blumen angepflanzt werden können

Das Norderstedter Betriebsamt sei längst auf der Suche nach geeigneten Flächen, auf denen mehr Blumen angepflanzt werden können

Foto: Carmen Jaspersen / dpa

Bienen, Schmetterlinge und Co finden auf der Gemarkung immer weniger Futter. Und das sorgt für ein Massensterben im Insektenreich.

Norderstedt.  Pflanzt mehr Blumen! Es ist vielleicht der schönste Aufruf, der seit langer Zeit von der Norderstedter Kommunalpolitik an die Bürger erging. Doch der Hintergrund dafür ist nicht romantisch, sondern leider dramatisch.

Bienen, Schmetterlinge und Co. finden auch auf der Norderstedter Gemarkung immer weniger Futter. Und das sorgt für ein Massensterben im Insektenreich. Wie dramatisch die Lage ist, kann man auch erahnen, wenn man nur mit dem Auto unterwegs ist. „Da hat man im Sommer kaum noch Insekten auf der Windschutzscheibe“, sagt Gerd Nothaft, Vertreter der FDP im Umweltausschuss. Er hat sich dem Kampf für die Biodiversität in der Stadt verschrieben. Es soll wieder mehr blühen in Norderstedt. „Wir sind da zu nah an England im Norden, habe ich das Gefühl. Lieber den Rasen mit der Nagelschere schneiden als Blumen pflanzen.“

Im Umweltausschuss ging nun – einstimmig von allen anderen Parteien mitgetragen – ein Antrag der Liberalen durch. Darin wird die Stadt aufgefordert, die Norderstedter Grünzüge ökologisch so zu gestalten, dass eine für Insekten freundliche Vegetation entsteht. Die Verwaltung soll die dafür erforderlichen Maßnahmen, den ungefähren Zeitplan und die Kosten dafür zusammenstellen.

„Die Stadt ist bei dem Thema ja nicht untätig, ganz im Gegenteil“, sagt Gerd Nothaft. Das Norderstedter Betriebsamt sei längst auf der Suche nach geeigneten Flächen, auf denen mehr Blumen angepflanzt werden können. „Die dürfen natürlich nicht direkt an der Straße liegen. Sonst wird die Biene nach dem Nektar-Saugen gleich vom Auto erschlagen“, sagt Nothaft. Auch der Stadtpark unternehme viel für die Biodiversität in der Stadt und habe auch weiterhin die Unterstützung zugesagt. „Ich persönlich werde noch das Gespräch mit der Landwirtschaft in der Stadt suchen. Da ist das nicht ganz so einfach“, sagt Nothaft. Schließlich seien die Monokulturen auf den Äckern und der regelmäßige Einsatz von Pflanzenvernichtungsmitteln einer der Gründe für das massenhafte Insektensterben.