Norderstedt
Henstedt-Ulzburg

Klinik-Zukunft bleibt weiterhin unklar

Das Schild der Paracelsus-Kliniken

Das Schild der Paracelsus-Kliniken

Foto: Peter Steffen / dpa

Die Gemeinde Henstedt-Ulzburg nimmt Gespräche mit Paracelsus-Leitung auf. Bürgermeister Stefan Bauer will helfen, wo er kann.

Henstedt-Ulzburg.  Die Zukunft der Paracelsus-Klinik beschäftigt die Menschen in der Region. Wie berichtet, durchläuft die gleichnamige Konzerngruppe, zu der auch das Krankenhaus in Henstedt-Ulzburg gehört, derzeit ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Doch welche Auswirkungen das konkret auf den Standort haben wird, weiß noch niemand. Auch nicht Bürgermeister Stefan Bauer. Allerdings wird sich der Verwaltungschef schon in den nächsten Tagen mit der Verwaltungsdirektorin Anke Franzke treffen. Ebenso wird der CDU-Landtagsabgeordnete Ole Plambeck teilnehmen.

„Ich will die neue Geschäftsführung kennenlernen“, so Bauer. „Und es geht darum, welche Perspektive der Standort hat. Ich bin sehr zuversichtlich, dass der Standort erhalten bleibt, aber ich weiß nicht, unter welchem Dach.“ Denn Reinhard Wichels, der die Sanierung des Konzerns leitet, hatte zwar gesagt, dass Verkäufe von einzelnen Häusern vermieden werden sollen, derartige Maßnahmen aber nicht kategorisch ausgeschlossen.

Am Mittwoch wurde zudem bekannt, dass schon am 28. Februar die Paracelsus-Klinik in Karlsruhe-Durlach geschlossen werden soll. Dort war ein Verkauf nach Gesprächen mit mehreren Interessenten gescheitert. Das Karlsruher Haus ist seit Jahren defizitär, die Schließung gilt somit auch als wichtiger Bestandteil der Konzernsanierung.

Klinik-Käufer könnte Bedingungen stellen

Bürgermeister Bauer erwartet, dass Insolvenzverwalter Wichels, mit dem er noch keinen Konktakt hatte, „auf mich zukommt“, wenn er einen potenziellen Käufer für das Krankenhaus – zugleich größter Arbeitgeber im Ort – habe. „Da, wo ich helfen kann, lege ich mit Hand an“, sagt Bauer.

Denn es könnte ja sein, dass ein Interessent einen Kauf – und damit die Rettung der Klinik – an Bedingungen stellt. Beispielsweise, dass eine neue Zufahrt von der Schleswig-Holstein-Straße her gebaut werden müsse. Zuletzt hatte die CDU-Fraktion während der Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses am Montag die Verwaltung noch einmal beauftragen wollen, ein weiteres Mal Gespräche mit dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr sowie dem Verkehrsministerium aufzunehmen. Der LBV lehnt die Maßnahme ab, da der Verkehrsfluss auf der Schleswig-Holstein-Straße beeinträchtigt würde.

„Auf fachlicher Ebene ist das Thema tot“, sagt Stefan Bauer. Das heißt: Wenn, dann müsste Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) eine politische Entscheidung durchsetzen. Die Gemeinde will möglichst bald Klarheit aus Kiel. Denn sollte sich etwas bewegen, hätte das Auswirkungen auf ein weiteres Großprojekt: den Ausbau der Wilstedter Straße. Fördermittel, die zudem bis August beantragt werden müssen, gibt es für dieses Vorhaben nur, wenn dort weiterhin Tempo 50 gelten würde. Bekäme die Klinik eine neue Anbindung, könnte die Wilstedter Straße auf Tempo 30 gedrosselt werden – mit höheren Kosten für den Wege-Zweckverband als Baulastträger und die Gemeinde.