Norderstedt
Fluglärm

Initiative spricht vom "lautesten Flugjahr" des Jahrhunderts

Die Zahl der Flugzeuge die über Norderstedt hinweg starten, hat sich erhöht

Die Zahl der Flugzeuge die über Norderstedt hinweg starten, hat sich erhöht

Foto: Patrick Pleul / dpa

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Maschinen, die Hamburg in Richtung Nordwesten verließen, stark angestiegen.

Norderstedt.  Über die Dächer Norderstedts hinweg sind im vorigen Jahr deutlich mehr Flugzeuge gestartet als 2016. 52.140 Maschinen haben vom Flughafen Helmut Schmidt aus Richtung Nordwesten abgehoben, 2016 waren es 48.068. Das ergibt sich aus der Jahresstatistik des Hamburger Flughafens. Fast zwei von drei Flugzeugen starteten über Norderstedt, Quickborn und Hasloh hinweg. Im Gegenzug sank die Zahl der Landungen. 17.670 Piloten nutzten die Norderstedter Bahn, um ihren Flug zu beenden, 3971 weniger als 2016.

Drastisch gestiegen ist die Zahl der Flugzeuge, die verspätet in Fuhlsbüttel gestartet und gelandet sind. Zwischen 23 und 24 Uhr gab es laut Flughafen-Statistik 1038 Starts und Landungen, 774 waren es im Jahr 2016, im Jahr zuvor 652 – ein Anlass für die Bürgerinitiativen für Fluglärmschutz in Hamburg und Schleswig-Holstein (BAW), 2017 als das lauteste Flugjahr des laufenden Jahrhunderts zu geißeln. Seit 2013 habe sich die Anzahl der Flugbewegungen in der Zeit der Nachtflugbeschränkung mehr als verdoppelt (+130,2 Prozent) – Negativrekord. „Der Hamburger Senat ist in der Pflicht und muss sich klar zu mehr aktivem Fluglärmschutz bekennen. Nur ein echtes achtstündiges Nachtflugverbot gewährleistet die erforderliche Entlastung der von Fluglärm und Umweltbelastungen betroffenen Bevölkerung“, fordert BAW-Sprecher Martin Mosel.

In den Sommermonaten habe die begrenzte Kapazität der Flugsicherungen im gesamten europäischen Luftraum zu Verspätungen geführt, erklärt der Flughafen die deutliche Zunahme der verspäteten Maschinen. Hinzu gekommen seien 2017 viele Extremwetterlagen und Sonderereignisse. So sei im Juli etwa ein Viertel der 181 Flüge zwischen 23 und 24 Uhr auf Unwetter oder den G20-Gipfel zurückzuführen.