Norderstedt
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Das Awo-Servicehaus feiert Geburtstag

Bewohnerin des Servicehauses hatten sich für die Feier in Schale geworfen

Bewohnerin des Servicehauses hatten sich für die Feier in Schale geworfen

Foto: Awo / HA

Vor 25 Jahren wurde die Einrichtung an der Großen Heide in Norderstedt eröffnet. Zur Jubiläumsfeier kam die neue Oberbürgermeisterin.

Norderstedt.  Schallendes Gelächter, es riecht nach Kaffee, Luftballons und Girlanden schmücken das Backsteingebäude an der Großen Heide: Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Awo-Servicehauses hatte die Arbeiterwohlfahrt zu einer Jubiläumsfeier geladen. Mit dabei: Norderstedts neue Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder, der Geschäftsführer der Awo Schleswig-Holstein, Michael Selck, Stadtpräsidentin Kathrin Oehme und die Vorsitzende des Seniorenbeirates, Angelika Kahlert.

Seit 1993 führen Männer und Frauen im Awo-Servicehaus ein selbstbestimmtes Leben im Alter. Die 83 Bewohner im Alter von Mitte 60 bis Ende 90 können einen 24-Stunden-Notservice in Anspruch nehmen, leben aber ansonsten völlig eigenständig. Die Pflegekräfte stehen zwar jederzeit zur Verfügung, sehen sich aber „als Gäste in den Räumlichkeiten der Bewohner“, wie die Leiterin des Hauses, Angela Forray-Freudenberg, während der Feier sagte. Auch wenn die Bewohner pflegebedürftig werden, können sie in ihren Wohnungen bleiben. „Niemand muss in ein Altenpflegeheim umziehen“, so Geschäftsführer Michael Selck. „Das finde ich sehr gut und beruhigend“, sagte Ester Berzups. Die Seniorin ist eine Mieterin der ersten Stunde – vom Konzept des Servicehauses ist sie vollkommen überzeugt.

Die Schreibwerkstatt, Gedichtvorträge, Ausflüge und der hauseigene Chor sorgen dafür, dass keine Langeweile aufkommt. „Die Stunden des Tages sollen schließlich mit mehr gefüllt werden als mit Pflege“, sagte Selck. Viele der Aktivitäten im Hause werden von Ehrenamtlichen angeboten.

Dass Pflegeeinrichtungen wie das Awo-Servicehaus an Bedeutung gewinnen, betonte auch Oberbürgermeisterin Roeder. Die Awo arbeite in einem „absoluten Zukunftsmarkt“, der auch die Pflegepolitik der Stadt vor große Herausforderungen stellen werde. Mit Blick auf den demografischen Wandel und die knapp 25.000 Senioren in der Stadt kündigte sie ein Treffen mit der Awo-Geschäftsführung an, um über zukünftige Projekte zu sprechen. Für die Oberbürgermeisterin steht fest: „Ich freue mich, die Awo in meiner Stadt zu haben!“

Angelika Kahlert, die Vorsitzende des Seniorenbeirates Norderstedt, nutzte die Feier, um auf Missstände wie die fehlende Barrierefreiheit in Wohnungen, in Nebenstraßen und auf dem Rathausplatz aufmerksam zu machen. Elke Christina Roeder versprach, sich um die Anliegen des Beirats zu kümmern.