Norderstedt
Norderstedt

Hier feiern Juden und Christen gemeinsam

Varda und Shalom Schmerler aus Israel zünden die Kerzen an den Chanukka-Leuchtern an

Varda und Shalom Schmerler aus Israel zünden die Kerzen an den Chanukka-Leuchtern an

Foto: Heike Linde-Lembke

Stimmungsvolles Chanukka-Fest in der Paul-Gerhardt-Kirche. Mit dem Fest feiern Juden die Reinigung des Tempels in Jerusalem.

Norderstedt.  Für Varda und Shalom Schmerler war es ein besonderer Moment, als sie die Kerzen an den Chanukka-Leuchtern in der Paul-Gerhardt-Kirche anzündeten und mit der Klezmerband Mischpoke und rund 150 Besuchern das jüdische Lichterfest mit dem Verein Chaverim – Freundschaft mit Israel feierten.

Das Ehepaar aus Ma’ale Hachamisha in Israel hat vor 20 Jahren den Jugendaustausch „Sich kennen und verstehen lernen“ mit Schülern des Gymnasiums Harksheide, Jugendlichen aus dem Kibbuz Ma’ale Hachamisha und dem benachbarten arabisch-palästinensischen Dorf Abu Gosh mit Sigrid Krüger, damals Oberstudienrätin am Gymnasium, gegründet und war mit den jüdischen, christlichen und muslimischen Jugendlichen in Norderstedt zu Gast. „Die Jugendaustausche haben viel Verständnis füreinander gebracht“, sagte Shalom Schmerler.

„Ein jüdisches Fest in einer Kirche ist ein gutes Zeichen für den Dialog zwischen Juden und Christen“, sagte Hans-Christoph Plümer, Pastor der Paul-Gerhardt-Kirche. Mit Chanukka feiern Juden die Reinigung des Tempels in Jerusalem, nachdem dieser von den Hellenen zerstört wurde.

Begleitet wurde das Chanukka-Fest von der Klezmerband Mischpoke. Die musste krankheitsbedingt ohne Klarinettistin und mit einer anderen Geigerin, mit Susanne Schulz, auftreten, die aber wunderbar, mal innig, mal temperamentvoll spielte, vor allem beim Czárdás. In ihrem einstündigen Konzert brachte die Band Titel wie Django Reinhardts „March“, aber auch jiddische Lieder wie „Massel“ von der jüdischen Schauspielerin Molly Picon, zu dem Pianist Alexander Hopff mit Schmelz in der Stimme sang. Das Medley „Happy Klezmorim“ mit jiddischen Melodien folgte, bevor das Quartett Jazz von Louis Armstrong „verklezmerte“ und „Auf der sonnigen Seite der Gass’“ mit einer Prise Swing spielte. Dafür gab es großen Applaus.