Norderstedt
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Mutmaßlichen Räubern droht höhere Strafe

Mehrmals schlugen die Täter im Norderstedter Hof zu

Mehrmals schlugen die Täter im Norderstedter Hof zu

Foto: Wolfgang Klietz

Die Jugend-Schöffenkammer Norderstedt hat den Prozess um die Überfälle auf Hotels in der Region ans Landgericht Kiel verwiesen.

Norderstedt/Kiel.  Das Jugend-Schöffengericht Norderstedt hat den Prozess gegen die angeklagten Hotelräuber an das Landgericht Kiel verwiesen. Dort droht den beiden strafrechtlich als Heranwachsende geltenden Angeklagten nach dem Erwachsenenstrafrecht ein deutlich höheres Urteil. Für besonders schweren Raub sieht der Gesetzgeber eine Haftstrafe von mindestens fünf Jahren vor. Eine Behandlung nach dem Jugendstrafrecht, wo der Erziehungsgedanke im Vordergrund steht und eine mildere Strafe die Regel ist, setzt voraus, dass die begangene Straftat als „jugendtypische Verfehlung“ anzusehen ist und aufgrund von Reifeverzögerungen erfolgte. Diese Handicaps hatten das Jugendamt und die Jugendgerichtshilfe in ihren Bewertungen nicht gesehen.

Die Brutalität der Taten und die mangelnde Reue führten das Gericht zur Erkenntnis, dass eine Verurteilung nach Erwachsenenstrafrecht erfolgen müsse. Beide Angeklagten hatten in den drei Verhandlungstagen eisern geschwiegen. Einer von ihnen war vor diesem Prozess wegen dreier Überfälle auf Spielhallen zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt worden. Alle amtlichen Auflagen und Pflichttermine hatte er hinterher ignoriert. Deshalb musste er sogar zweimal in Beugehaft.

Den jungen Männern werden sechs Raubüberfälle im Januar und Februar zur Last gelegt. Fünfmal spähten sie Hotels als Tatort aus, davon viermal in Norderstedt. Gleich dreimal war das Hotel Norderstedter Hof an der Mittelstraße das Ziel. Auch einen Überfall auf das Hotel Heuberg an der Niendorfer Straße ordnete die Staatsanwaltschaft beiden zu. Zudem sollen sie ein Hotel im Hamburger Stadtteil Langenhorn überfallen haben. Dazu kommt ein Überfall auf eine Spielhalle in Hamburg.

Nach Aussage einer Gerichtssprecherin werde der Prozess vor dem Landgericht Kiel „zeitnah“ aufgerollt. Unklar ist, wie es mit einem Angeklagten weitergeht, der seit April in einer Jugendanstalt auf die Hauptverhandlung wartet. Für ihn wird ein Haftprüfungstermin beim Oberlandesgericht Kiel angeordnet, teilte die Gerichtssprecherin auf Anfrage mit.