Norderstedt
Henstedt-Ulzburg

Halteverbot soll das Chaos vorerst beenden

Die Wilstedter Straße ist in einem desolaten Zustand – das soll sich im kommenden Jahr ändern

Die Wilstedter Straße ist in einem desolaten Zustand – das soll sich im kommenden Jahr ändern

Foto: Frank Knittermeier / HA

Anfang nächsten Jahres sollen sich die Gemeindepolitiker in Henstedt-Ulzburg mit dem Ausbau der Wilstedter Straße beschäftigen.

Henstedt-Ulzburg.  Tiefe Schlaglöcher, Risse in der Fahrbahn – die Wilstedter Straße soll schon seit Jahren ausgebaut werden. Doch geschehen ist bisher nichts. Das könnte sich bald ändern: Anfang nächsten Jahres sollen sich die Gemeindepolitiker intensiv mit dem Ausbau beschäftigen.

Es mutet fast wie ein Witz an. Schon 2012 wurde der Grundsatzbeschluss gefasst, die Wilstedter Straße auszubauen – seitdem wird der Ausbau in schöner Regelmäßigkeit zu Beginn eines jeden Jahres angekündigt, passiert ist nichts. Die Verkehrssituation aber wurde von Jahr zu Jahr unterträglicher. In den vergangenen Tagen wurde das Dilemma noch einmal besonders deutlich. Weil zunächst die Wilstedter Straße im westlichen Teil gesperrt war, aktuell die Norderstedter Straße im südlichen Teil wegen der Verlegung von Leitungen gesperrt ist, gibt es lange Staus auf der Hamburger Straße. Viele Autofahrer fahren daher den Umweg über die Straße Am Brüderhof. Noch bis vergangene Woche gab es lange Staus, weil die vor der Klinik beidseitig geparkten Fahrzeuge den Verkehr blockierten.

Das ist jetzt vorbei: Gegenüber dem Klinikeingang wurde für die nördliche Seite ein dauerhaftes Halteverbot ausgesprochen, auf der südlichen Seite ein vorübergehendes bis zum Ende der Bauarbeiten auf der Norderstedter Straße. Dadurch hat sich die Situation entspannt. Was bleibt, sind Schlaglöcher und Risse entlang der Wilstedter Straße. Entstanden sind sie im Laufe der Jahre, weil die Straße täglich von vielen Autofahrern als Durchgangsstraße und für Klinikbesucher als Anfahrtsstraße genutzt wird. Lkw, Busse und Rettungsfahrzeuge sind hier ständig unterwegs. Während des Ausbaus der Klinik wurde auch ein Großteil des Bauverkehrs über die Straße abgewickelt, was zu weiteren Schäden geführt hat.

Anlieger fordern Tempo 30

Warum ist es bisher noch nicht zu einem Ausbau gekommen? Bürgermeister Stefan Bauer nennt zwei Gründe: Die nach wie vor ungeklärte Frage der Klinikzufahrt und die unterschiedlichen Ansichten von Gemeinde und Anliegern, die sich zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen haben. Während die Gemeinde eine Tempo-50-Straße will, fordern die Anlieger Tempo 30. Sie sind bereit, mit ihrer Forderung vor Gericht zu gehen. Zudem gibt es Streit über die Ausbaubeiträge, die laut Satzung zu 45 Prozent von den Anliegern getragen werden müssen. Vielen erscheint das zu hoch, weil die Straße ihrer Ansicht nach überwiegend als Durchgangsstraße genutzt wird und deshalb auch so marode ist.

Eigentlich könnte sich die Gemeinde zurücklehnen und den Wege-Zweckverband (WZV), in dessen Bestand die Wilstedter Straße gehört, in die Pflicht nehmen. Der aber orientiert sich an den Belangen der Gemeinde. Trotzdem hat der WZV jetzt den Antrag gestellt, die Straße auszubauen.

„Wir werden uns jetzt mit allen Beteiligten zusammensetzen“, kündigt Bauer an. Er geht davon aus, dass im ersten Quartal 2018 eine Entscheidung fällt. Der Bürgermeister glaubt nicht, dass es noch zu einer Anbindung der Paracelsus-Klinik an die Schleswig-Holstein-Straße kommen wird.