Norderstedt
Schröters Wochenschau

Mit der Einbruch-GmbH viel Geld sparen

Jan Schröter, Autor aus Bad Bramstedt

Jan Schröter, Autor aus Bad Bramstedt

Foto: Wolfgang Klietz

Im Kreis Segeberg ist jetzt die „Soko Wohnung“ aktiv. Worum die sich kümmert und worum sie sich stattdessen kümmern könnte.

Norderstedt.  Im Landkreis Segeberg hat jetzt die „Soko Wohnung“ ihre Arbeit aufgenommen. Prima, frohlockt man erwartungsfreudig, endlich bezahlbarer Wohnraum für alle! Aber darum geht es gar nicht.

Es geht um Einbruchskriminalität, das unerfreuliche Dauerbrennerthema der dunklen Jahreszeit. Die Lösung könnte so einfach sein: Schönes Wetter und Mitternachtssonne ganzjährig, dann hätten Einbrecher bei uns keine Chance, weil wir den ganzen Winter nie mehr verreisen, sondern bis spät in die Nächte beim Grill auf heimischen Terrassen und Balkonen sitzen würden. Im Radio liefe selbst im Dezember „Despacito“ statt „Last Christmas“. Es gäbe für Einbrecher in unseren Häusern und Wohnungen auch nicht viel zu holen. Denn lebten wir mehr draußen als drinnen, hätten wir drinnen weniger, höchstens einen Schrank mit ein paar Ersatz-Baströckchen. Leider wird es nichts mit ganzjährig schönem Wetter.

Deshalb zurück zur „Soko Wohnung“. Die wurde gebildet, um die Einbruchskriminalität endlich besser in den Griff zu kriegen. Einbrecher knacken Schlösser. Geben sich als Polizisten aus und schüchtern Senioren ein. Neuerdings steigen sie auf Dächer, decken dort Ziegel ab und dringen so in Häuser ein. So viel Talent ließe sich auch legal nutzen. Dachrenovierung steht an? Einbruch-GmbH anrufen und schon am nächsten Morgen ist das Dach abgedeckt. Gut, drinnen fehlt der Fernseher – aber das ist viel weniger, als der Dachdecker für die Aktion genommen hätte. Ausgesperrt? Bloß keinen dieser Abzocke-Schlüsseldienste anrufen, die Einbruch-GmbH regelt das preisgünstiger. Der Nachbar parkt mal wieder vor Ihrer Garageneinfahrt? Schicken Sie ihm den grimmigen Fake-Polizisten von der Einbruch-GmbH auf den Hals, das wirkt nachhaltig.

Das Beste: Die Einbrecher hätten geregelte Jobs, und die „Soko Wohnung“ könnte sich um bezahlbaren Wohnraum kümmern.