Norderstedt
Kultur

Goethes Wahlverwandtschaften in Norderstedt

Goethes „Wahlverwandschaften“ ist mehr als ein Beziehungsroman. Der Dichter reflektiert die Liebe und die Moral in der Liebe

Goethes „Wahlverwandschaften“ ist mehr als ein Beziehungsroman. Der Dichter reflektiert die Liebe und die Moral in der Liebe

Foto: Rainer Spitzenberger / HA

Das Tourneetheater Thespiskarren führt den Roman als Theater-Inszenierung am Sonntag, 29. Oktober, im Kulturwerk am See auf.

Norderstedt.  Ein malerischer Landsitz, auf dem es sich ein immer noch ineinander verliebtes Ehepaar in den besten Jahren gut eingerichtet hat. In diese Idylle platzen ein guter Freund des Ehemannes und die Nichte der Ehefrau. Die Folge: Wahlverwandte Anziehungskräfte wecken Leidenschaften, die in einem Kind sichtbar werden.

Das Stück „Goethe – Wahlverwandschaften“ führt das Tourneetheater Thespiskarren am Sonntag, 29. Oktober, im Norderstedter Kulturwerk auf. Regisseurin Silvia Armbruster hat in dem Schauspiel einige Veränderungen im Gegensatz zu Goethes Roman vorgenommen. Während bei Goethe ein befreundetes Ehepaar in die Idylle bricht, sind es bei ihr Freund und Nichte. Als Schauspieler kommen die bekannte Julia Jaschke, Hans Piesbergen, Corinne Steudler und Christian Kaiser.

Johann Wolfgang von Goethe beschrieb in seinem 1809 erschienenen Roman „Wahlverwandtschaften“ die Geschichte des im Landhaus lebenden Ehepaares Charlotte und Eduard, von Eduards Freund Otto, der unverhofft auftaucht, und Charlottes Nichte Ottilie, die – jedenfalls in der Schauspielfassung – vom Internat geflogen ist. Das zurückgezogen lebende Ehepaar hofft durch die beiden Gäste auf Kurzweil, doch sie stürzen alle gemeinsam ins Chaos.

Unaufhaltsam ziehen sich Ehefrau und Freund, Ehemann und Nichte an. Die vernünftige Charlotte verliebt sich in den tatkräftigen, aber arbeitslosen Architekten Otto, der leidenschaftliche Eduard in die junge, attraktive Ottilie. Das Aufeinanderprallen von Leidenschaft und Vernunft stürzt die Paare in einen tiefen Konflikt. Doch Charlotte willigt nicht in eine Scheidung ein, denn sie ist schwanger. Aber von wem?

Goethes „Wahlverwandschaften“ ist mehr als ein Beziehungsroman. Der Dichter reflektiert die Liebe und die Moral in der Liebe. Sollen Liebende ein­ander entsagen, wenn sie bereits einen anderen Partner haben?

Goethe – „Wahlverwandtschaften“, Sonntag, 29. Oktober, 20 Uhr, Kulturwerk, Stormarnstraße 55. Karten zwischen 21 und 26 Euro gibt es im Vorverkauf, unter Telefon 040/30 98 71 23, unter www.tribuehne.de und an der Abendkasse. Um 18.30 Uhr wird die Fotografie-Ausstellung „So ein Chaos: Chansons. Comedy. Crime“ im Foyer des Kulturwerks eröffnet.