Norderstedt
Bad Segeberg

Mandoline und Cembalo – ein gutes Team

Avi Avital spielte in der Marienkirche sein 18. SHMF-Konzert

Avi Avital spielte in der Marienkirche sein 18. SHMF-Konzert

Foto: Heike Linde-Lembke

Musiker Avi Avital aus Israel und Mahan Esfahani aus Iran gaben in der Segeberger Marienkirche ein umjubeltes Konzert.

Bad Segeberg.  Ein Israeli und ein Iraner – geht gar nicht? Zwei, die dieses Vorurteil einfach ignorieren und aufs Beste miteinander Musik machen, sind Avi Avital aus Be’er Sheva in Israel mit seiner Mandoline und Mahan Esfahani aus Teheran im Iran am Cembalo. Beim Konzert des Schleswig-Holstein Musik Festivals in der Marienkirche zeigten sie, wie nahe sich Mandoline und Cembalo, vor 200 Jahren ein Dream-Team, stehen und wie beide Saiten-Instrumente ein apartes Zusammenspiel eingehen.

Abrupte Akzentuierungen, sphärische Sequenzen, harsche Schläge und zartes Zupfen – das Duo entlockt seinen Instrumenten ungeahnte Klang-Kaskaden voll Kraft und Charakter. In Domenico Scarlattis Sonate G-Dur, K91, entspinnt sich ein ätherischer Klang, aber nicht von der abgeklärten Sorte. Beide Musiker betonen die Aktualität ihrer Musik. Mit Antonio Vivaldis Trio-Sonate forderte Mahan Esfahani den silbrigen Klang des Cembalos heraus, während Avi Avital für Sanftheit sorgte.

Stimmungswechsel zu Ludwig van Beethovens Andante con variazioni in D-Dur, das er als verliebter junger Mann komponierte. Mahan Esfahani übernimmt den Klavier-Part und zeigt eindrucksvoll, wie gut das Cembalo das Klavier ersetzen kann. Ein braves Stück, aber amüsant von zwei Musikern, die ihren ganzen Charme sprühen lassen, in Szene gesetzt.

Zurück zu Vivaldi, zum Concerto a-Moll, Opus 3, bravouröses von Avi Avital und Mahan Esfahani gespielt. Vom Barock zur Moderne mit Mel Powells Cembalo-Solo, in dem Esfahani sein Instrument leuchten lässt, und zu Yasuo Kuwahara, ein Gedicht für eine Mandoline und einen Spieler wie Avital.

Back to the Barock mit Johann Sebastian Bach: Noch einmal kosten die Musiker die barocke Fülle aus und zelebrieren einen zauberhaften Bach. Als Zugabe noch einmal Vivaldi, den zweiten Satz der Trio-Sonate g-Moll, ein delikates Stück, mit dem die Musiker aus Israel und Iran 800 Zuhörer beseelt nach Hause schicken.