Norderstedt
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Glasfasernetz muss schnell ausgebaut werden

Patrick Helmes, Theo Weirich und Michael Fränkle (von links) vom Bundesverband Glasfaser trafen sich mit den Mitgliedern in Norderstedt zur Jahresversammlung

Patrick Helmes, Theo Weirich und Michael Fränkle (von links) vom Bundesverband Glasfaser trafen sich mit den Mitgliedern in Norderstedt zur Jahresversammlung

Foto: Michael Schick

Das forderte der Fachverband während seiner Tagung in Norderstedt. 85 Prozent der Haushalte sind hier angeschlossen, ein Spitzenwert.

Norderstedt.  Das Glasfasernetz muss weiter ausgebaut werden – und das bundesweit und möglichst schnell. Nur so könne Deutschland im Wettbewerb bestehen und die Digitalisierung effektiv voranbringen. Das forderte der Bundesverband Glasfaser während seiner Jahresversammlung in Norderstedt. „Wir begrüßen die Zielsetzung der Politiker, hochleistungsfähige Telekommunikationsstrukturen zu schaffen. Dabei dürfen die Verantwortlichen aber nicht aufs falsche Pferd setzen“, sagte Theo Weirich, Präsident des Verbandes mit 40 kommunalen Netzanbietern, und zugleich Geschäftsführer von wilhelm.tel – das Norderstedter Kommunikationsunternehmen steht quasi Pate für eine Entwicklung, die bundesweit noch hinterherhinke.

85 Prozent der 36.000 Norderstedter Haushalte verfügen über einen Glasfaseranschluss, auch insgesamt steht der Kreis Segeberg gut da. „Das liegt daran, dass das Land früh die Bedeutung der Glasfasertechnologie erkannt hat und fördert“, sagte Weirich. Auch seine Vorstandskollegen Patrick Helmes vom Kölner Glasfaseranbieter Netcologne und Michael Fränkle vom Münchener Pendant M-Net treiben den Aufbau leistungsstarker Netze voran.

Bundesweit liege der GlasfaserMarktanteil allerdings erst bei sieben Prozent. Bis 2025 müsse der Anteil auf mindestens 20 Prozent wachsen. Ziel sei eine Anschlussquote von 75 Prozent, um Haus und Haushalt über Smart-Home steuern und die älter werdende Gesellschaft mittels Datenübertragung medizinisch versorgen zu können.

Um diese Ziele zu erreichen, müsse sich die Bundesnetzagentur vom Vorrang für veraltete Technologien verabschieden, forderte der Fachverband. So baue die Telekom mit dem Segen der Netzwächter das Vectoring aus, eine auf den alten Kupferkabeln basierende Technologie. „Die gehört aber der Vergangenheit an“, sagte Fränkle, „allein Glasfasernetze sind in der Lage, die stetig wachsenden Anforderungen an Information und Kommunikation zu erfüllen.“

Konkret plädiert der Bundesverband Glasfaser dafür, dass bis 2025 alle Unternehmen mit mindestens einem Glasfaseranschluss ausgestattet sein sollen. Bildungs- und öffentliche Einrichtungen, Forschungszentren und Verkehrsknotenpunkte wie Bahnhöfe und Flughäfen sowie alle mobilen Zugangspunkte (Mobilfunk, öffentliches WLAN) sollen mit Glasfaser angeschlossen sein.