Norderstedt

Vier Schulen messen sich beim großen Kickerturnier

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Michael Schick
Johanna (12), Mia (12), Thapelo (12) und Marvin (13, von links) hatten viel Spaß beim morgendlichen Ausflug an die Kickertische im Kulturwerk

Johanna (12), Mia (12), Thapelo (12) und Marvin (13, von links) hatten viel Spaß beim morgendlichen Ausflug an die Kickertische im Kulturwerk

Foto: Michael Schick

80 Jugendliche ermittelten im Norderstedter Kulturwerk am See ihre besten Tischfußballer – fair, mit viel Einsatz und Vergnügen.

Norderstedt.  Für einen kurzen Moment leuchten die Augen, fliegen die Arme in die Luft: Yes, wir haben gewonnen. Johanna und Mia (beide 12) haben sich am Kickertisch gegen Thapelo (12) und Marvin (13) durchgesetzt. Nach dem Spiel haben sich Sieger und Verlierer die Hände gereicht, fair bleiben – das ist eine der eisernen Regeln bei Kickerturnieren. „Und erstaunlicherweise klappt das auch immer problemlos“, sagt Jené Halabi, der die ersten Norderstedter Stadtmeisterschaften für weiterführende Schulen im Tischfußball organisiert hat.

80 Jugendliche trafen sich im Kulturwerk, um an acht Tischen ihre Besten zu ermitteln. Vier Schulen hatten Teams geschickt, vertreten waren das Lise-Meitner-Gymnasium und die Gemeinschaftsschule Ossenmoorpark aus dem Schulzentrum Süd, die Gemeinschaftsschule Harksheide und die Willy-Brandt-Gemeinschaftsschule. „Da wir leider einen sehr kurzen Vorlauf hatten, konnten wir kaum mit mehr Teilnehmern rechnen“, sagt Halabi, der mit der Resonanz auf die Premiere zufrieden ist. Unterstützt hat ihn der Norderstedter Kinder- und Jugendbeirat, der für das Tischfußball-Turnier geworben hat. „Wir sind auch den Betreibern des Kulturwerks dankbar, dass sie uns die Räume so unkompliziert und kostenlos zur Verfügung gestellt haben“, sagte Halabi. Auch der Förderverein offene Jugendarbeit Norderstedt hat das Turnier unterstützt. „Das ist doch eine tolle Chance, dass sich die Jugendlichen kennenlernen und nach bestimmten Regeln, die alle akzeptieren, fair miteinander umgehen“, sagte Wolfgang Bande, stellvertretender Vereinsvorsitzender und Motor der Kriminalprävention in Norderstedt. Ein solcher Wettbewerb sei Präventionsarbeit im besten Sinne.

Warum gerade Kickern? „Da wir nicht allein, sondern nur in Zweier-Mannschaften spielen lassen, fördert das Wir-Gefühl. Die Schüler gewinnen gemeinsam und verlieren gemeinsam, auch das müssen sie lernen und dabei fair bleiben“, sagt Halabi, für den die sozialen Vorzüge gegenüber den sportlichen im Vordergrund stehen. Sprache spiele kaum eine Rolle, daher sei der Stangenkampf um den kleinen Ball auch ideal, um Flüchtlingskinder einzubinden.

Anna jedenfalls strahlte. Die 14-Jährige hatte gerade mit ihrer gleichaltrigen Mitspielerin Jonna den Mitschülern Marvin und Alex von der Gemeinschaftsschule Ossenmoorpark in einem packenden Kampf gezeigt, wer die an den Stangen fixierten Spieler besser im Griff hat. Die Siegerinnen spielen immer mal wieder und ließen sich die Chance nicht entgehen, den Unterricht gegen Turnieratmosphäre zu tauschen. „Das macht einfach Spaß und sorgt für einen Adrenalinausstoß“, sagte Joanna.

Halabi verdient sein Geld als Sozialarbeiter in den Grundschulen Falkenberg und Harksheide-Nord. Nebenbei hat er das Projekt Norderstedter Kickerturniere (NOKITU) ins Leben gerufen und will demnächst ein offenes Jugend-Turnier für die Besucher der Norderstedter Jugendhäuser anbieten. Unterstützt durch Sponsoren, hat das Projekt NOKITU das bundesweit erste Kickermobil mit neun Tischen angeschafft. „Alle sozialen Einrichtungen in Schleswig-Holstein und Hamburg können das Mobil ausleihen“, sagt Halabi, der mit seiner Kicker-Offensive zum Vorbild wird: „Andere Städte haben schon angefragt.“

Im Kulturwerk gab es auch Pokale und Preise. Die Schirmherrinnen des Turniers, Sozialdezernentin Anette Reinders und Amtsleiterin Sabine Gattermann, ehrten die Teams „Freshe Rasierer“, die sich bei den Jüngeren durchgesetzt hatten, und „Osio“, die Gewinner bei den Älteren. Sie bekamen Gutscheine für den Snowdom in Bispingen, die jeweils drei Ersten zudem noch Tickets für die Tischfußball-WM vom 12. bis 16. April in Hamburg.

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