Besuch

Ministerin ist begeistert vom Unterricht in Harksheide

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Die Schüler Seyhan (12, links) und Samir (13) bedienen Ministerin Britta Ernst (SPD) am Fair-Trade-Stand

Die Schüler Seyhan (12, links) und Samir (13) bedienen Ministerin Britta Ernst (SPD) am Fair-Trade-Stand

Foto: Michael Schick

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) hat einen Schultag in der Gemeinschaftsschule Harksheide verbracht

Norderstedt.  Sie war neugierig, wie sich die beste Schule des Landes zu ihrem preiswürdigen Niveau entwickelt hat. Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) hat einen Schultag in der Gemeinschaftsschule Harksheide verbracht, hat sich den Unterricht an der Norderstedter Schule angesehen, mit Schülern und Lehrern gesprochen. „Ich bin doch sehr angetan vom fachlichen Wissen der Schüler und davon, wie gut sie in der Lage sind, ihr Lernen selbstständig zu steuern“, sagte die Ministerin. Das Motto der Schule, gemeinsam und zugleich individuell lernen, werde deutlich.

Hier zahle sich aus, dass die Lehrer an einem Strang ziehen würden. Sie bereiten den Unterricht gemeinsam vor, vermitteln den Stoff nach gleicher Methodik und verwendeten einheitliche Materialien. Das führe zu Lernerfolg, die Schüler würden mit einem guten Fundament in die Ausbildung oder eine weitere Schulkarriere entlassen. „Was sich hier entwickelt hat, ist vorbildlich. Und ich kann anderen Schulen nur empfehlen, sich das anzusehen“, sagte Britta Ernst, zu deren Arbeit regelmäßige Schulbesuche gehören, sie ist jede Woche in einer anderen Schule im Norden zu Gast. Zugleich würdigte die Politikerin das Engagement des Schulträgers. Die Stadt habe nicht nur einen zeitgerechten Neubau gebaut, sondern die Schule auch noch gut ausgestattet.

Schulleiter Rainer Bülck freute sich über das Lob: „Wir haben viel Energie investiert, um die Schule dahin zu bringen, wo sie jetzt steht. Durch die positive Resonanz bekommen wir nun etwas zurück.“ Auch in der Praxis zahle es sich jetzt aus, dass das Kollegium so gut kooperiere. Nicht mehr jeder müsse jede Stunde vorbereiten, die Lehrer könnten sich aus dem allgemeinen Materialfundus bedienen. „Dadurch wächst die Arbeitsbelastung zumindest nicht mehr“, sagt der Schulleiter.

Auch bei zwei Themen, die in der aktuellen Schulpolitik eine große Rolle spielen, sei die Gemeinschaftsschule Harksheide schon weit vorn: Inklusion und digitales Lernen. Vier Sonderpädagogen unterstützen die Lehrer beim gemeinsamen Unterricht von Schülern mit und ohne besonderen Förderbedarf. „Natürlich wünschen wir uns noch mehr Unterstützung, aber mit der jetzigen Situation sind wir durchaus zufrieden“, sagte Bülck. Die Ministerin will in den nächsten Jahren landesweit zusätzlich 500 Pädagogenstellen für die Inklusion schaffen, 50 zum nächsten Schuljahr. Schleswig-Holstein sei im Bundesvergleich gut aufgestellt: Fast 70 Prozent der Schüler mit Förderbedarf würden inklusiv lernen, mehr als in vielen anderen Bundesländern.

Die Gemeinschaftsschule Harksheide gehört neben der Willy-Brandt-Schule und dem Gymnasium Harksheide zu den drei Pilotschulen in Norderstedt, die das Lernen mit digitalen Medien erproben. Spannend bleibt die Frage, ob die Schule sogar bundesweit die beste wird oder zumindest einen Podestplatz erklimmt: Die Harksheider sind unter den Top 20, die Jury war da und begeistert. Ende März wird feststehen, wie sich der Landessieger im Bundesvergleich geschlagen hat.

( ms )

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