Norderstedt
Norddeutschland

Die neuen Kirchengemeinderäte in der Region

Die im Jahr 1149 erbaute Vicelin-Kirche in der Gemeinde Bornhöved ist die  älteste im Kreis Segeberg

Die im Jahr 1149 erbaute Vicelin-Kirche in der Gemeinde Bornhöved ist die älteste im Kreis Segeberg

Foto: Sven janssen / Sven Janssen

Die Leitungsgremien sind für die kirchlichen Aktivitäten, die Gestaltung des Gottesdienstes, für die Finanzen sowie die Verwaltung zuständig

Kreis Segeberg.  Die Mitglieder der Evangelisch-lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) haben ihre neuen Kirchengemeinderäte gewählt. Auch in den 30 Kirchengemeinden des Kreises Segeberg plus Tangstedt (Kreis Stormarn) wurden die Leitungsgremien, die bis zur Gründung der Nordkirche 2009 offiziell Kirchenvorstände hießen, bestimmt. Neben den Gewählten gehören den Gemeinderäten auch die jeweiligen Pastoren an. Einige der Gemeinden haben zusätzlich Mitglieder berufen, in anderen steht das noch an. Wichtigste Vorgabe für die Zusammensetzung der Gremien ist, dass die Ehrenamtlichen die Mehrheit bilden.

Die Wahlbeteiligung bei der Kirchenwahl ist traditionell in den Dörfern höher als in den Städten. So gingen in allen Norderstedter Kirchengemeinden unter zehn Prozent der wahlberechtigten Gemeindeglieder ab 14 Jahren zur Wahl, während es in Leezen und bei Spitzenreiter Sülfeld mehr als 25 Prozent waren. Warum das so ist? „Ich habe keine Ahnung“, sagt Sülfelds Pastor Steffen Paar und schiebt nach: „Es gibt bei uns eine gute Identifikation mit der kirchlichen Arbeit.“ Da gehe man zu so einer Wahl hin – selbst einige Nichtmitglieder wollten wählen.

Die schlechteste Wahlbeteiligung hatte die Kirchengemeinde Kaltenkirchen mit 6,4 Prozent. „Ich habe vielleicht ein wenig zu sehr darauf vertraut, dass Wählen an sich etwas Tolles ist“, sagt Pastor Tilman Fuß selbstkritisch. Zwar habe es in seiner Gemeinde eine richtige Wahl gegeben – anders als in anderen Gemeinden gab es mehr Kandidaten als zu besetzende Plätze –, aber das habe offenbar nicht gereicht. Ob es an mangelnder Identifikation mit der Kirchengemeinde liegt, könne er nicht sagen. Allerdings habe es bis in die jüngere Vergangenheit personelle Wechsel im Pfarramt gegeben, was für die Kirchengemeinde nicht leicht gewesen sei.

Die neuen Kirchengemeinderäte sind unter anderem für Gemeindeaktivitäten und die Gestaltung des Gottesdienstes verantwortlich, sie beraten die Konzeption von Gemeindeangeboten, kümmern sich um diakonische Arbeit und fördern die kulturellen, sozialen und ökumenischen Beziehungen der Kirchengemeinde vor Ort, wie es von Seiten der Nordkirche heißt. Insbesondere neue Mitglieder der Kirchengemeinderäte wundern sich oft, dass sie viel mit Verwaltung zu tun haben. Denn Kirchengemeinderäte verwalten ebenfalls die kirchlichen Gebäude und Grundstücke, wirken bei der Besetzung von Pfarr- und anderen Stellen in der Gemeinde mit und tragen die Personalverantwortung. Schließlich verwaltet der Kirchengemeinderat die Finanzen und vertritt die Kirchengemeinde in der Öffentlichkeit. Aus dem jeweiligen Rat wird ein Vorsitzender gewählt. Ist dieser ein Pastor, soll ein Ehrenamtlicher als Stellvertreter amtieren – und umgekehrt.