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Norderstedt startet das Programm 8+ gegen Fluglärm

200.000 Euro stehen bis Ende 2017 für den Einbau von Schallschutzfenstern und Lüftern in Norderstedter Schlaf- und Kinderzimmern bereit

Norderstedt. Gemeinsam mit dem Flughafen Hamburg legt die Stadt Norderstedt das freiwillige Lärmschutzprogramm 8+ auf. Zu gleichen Teilen speisen die Partner einen Investitionstopf mit 200.000 Euro. Die 100.000 Euro der Stadt Norderstedt stammen aus den Einnahmen, die mit der Vermietung von Grundstücken im Nordport als Parkflächen an den Flughafen erwirtschaftet wurden.

Am Dienstag gaben Stadt und Flughafen den offiziellen Startschuss für das Programm und definierten die exakten Grenzen des Gebietes, in dem etwa 3000 von Fluglärm betroffene Haushalte ab sofort und noch bis zum 31. Dezember 2017 Zuschüsse für Lärmschutzeinbauten beantragen können (siehe Info rechts).

Gefördert wird der Einbau von Schallschutzfenstern und Schalldämmlüftern in Schlafräumen. Die Stadt und der Flughafen Hamburg tragen sechs Siebtel der Kosten, ein Siebtel muss der Hausbesitzer selbst tragen. Je nach Art des Fensters kostet der Einbau zwischen 300 und 700 Euro je Quadratmeter Fensterfläche. Bei einem Siebtel Eigenbehalt muss ein Hausbesitzer also mit Kosten von 40 bis 100 Euro rechnen. Der Lüfter kostet 430 Euro inklusive Einbau, etwa 60 Euro muss der Bürger zahlen. Auch Mehraufwendungen und Sonderwünsche gehen zu seinen Lasten. "Der Einbau der Fenster und eines Lüfters dauert etwa acht Wochen", sagt Stefanie Harder, Sprecherin des Flughafen Hamburg. "Je nach Haus und Anzahl der Fenster."

Verbaut werden laut Harder Schallschutzfenster, die einen Lärmpegel von 39 Dezibel/A abhalten können. Beispiel: Wenn vor dem Haus der Lärmpegel bei 60 db/A liegt, kommen hinter der Scheibe lediglich 21 db/A an. Einfachverglaste Fenster oder alte Isolierglasfenster ohne Dichtungen schaffen lediglich 30 db/A und weniger. Harder: "Beim tatsächlichen Lärmpegel im Haus muss allerdings berücksichtigt werden, wie sehr das Mauerwerk oder das Dach der Immobilie gegen Schall isoliert ist. Der Lärm erreicht den Wohnbereich ja nicht nur über die Fenster."

Die Schallschutzlüfter ermöglichen es den Hausbewohnern, die frische Außenluft auch ohne das Öffnen des Fensters in die Schlafräume gelangen zu lassen. Der Lüfter selbst arbeitet dabei sehr leise: "Bei einem Luftaustausch von 60 Kubikmetern in der Stunde erzeugt der Lüfter nicht mehr Lärm als 24 db/A", sagt Harder.

Das freiwillige Lärmschutzprogramm 8+ schließt an das 8. Freiwillige Lärmschutzprogramm für Norderstedt, Quickborn und Hasloh an, das zwischen 2007 und 2010 galt. In Norderstedt waren dadurch 450.000 Euro in die Schallisolierung von Fenstern geflossen, weitere 60.000 Euro investierte der Flughafen Hamburg in den Einbau von Lüftern. Damals wurden alle Aufenthaltsräume mit Schallschutzfenstern ausgestattet. Die Neuauflage konzentriert sich auf Schlaf- und Kinderzimmer und erweitert die Lärmschutzzone damit um 25 Prozent.

Die Antragsformulare für das Programm gibt es bei der Stadt Norderstedt und beim Flughafen Hamburg.Ansprechpartner beim Flughafen Hamburg ist Demet Çekel unter 040/50 75 14 65 oder unter dcekel@ham.airport.de.Bei der Stadt Norderstedt ist Frank-Olaf Schwenk unter 040/53 59 52 52 oder unter frank-olaf.schwenk@norderstedt.de zuständig. Alle Infos gibt es auch im Internet unter www.hamburg-airport.de/de/laermschutzprogramm.

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