Norderstedt
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Sonnabends gehört der Papa seinen Kindern

Foto: Maren Langenbach / HA

Im Familienzentrum Harksheide treffen sich Väter mit ihren Söhnen und Töchtern regelmäßig zum Frühstücken, Toben, Spielen und Klönen.

Norderstedt.  Der Duft von frisch gebrühtem Kaffee zieht durch das Haus, fröhliches Kinderlachen ist zu hören, und auf dem gedeckten Tisch stehen Brötchen, Marmelade und Honig schon bereit. „Herzlich willkommen, schön, dass ihr da seid“, empfängt uns Jesco Strozynski freundlich. „Kommt rein, einige Väter mit ihren Kindern sind schon da.“ Wir sind zu Besuch beim „Väterfrühstück“, einer Veranstaltung für Papas und ihren Nachwuchs. Jesco Strozynski ist der Gastgeber, er hat die Treffen ins Leben gerufen. „Setzt euch, möchtet ihr Kaffee? Das ist übrigens Niels mit seinen Kindern Kara, Janna und Niklas. Und das hier ist Michael mit seiner Tochter Henrike“, stellt Jesco uns die Teilnehmer vor.

Ein kostenloses Angebot für Väter und ihren Nachwuchs

Jesco, Niels, Michael – hier ist man gleich per Du, Nachnamen sind da nicht so wichtig. Jesco stellt einen Teller mit hart gekochten Eiern auf den Tisch. „Vorsicht, die sind noch sehr heiß!“, warnt er die Kinder, die sich gleich eines schnappen möchten. Man merkt, dass der Wahl-Norderstedter selber Papa ist, sein siebenjähriger Sohn Jan Eric ist aber heute nicht mitgekommen. „So, ich denke, nun haben wir alles“, sagt er und setzt sich endlich auch an den Tisch. Der 47-Jährige schaut zufrieden in die Runde. Auch wenn heute nur ein paar Väter mit ihren Kindern gekommen sind – Jesco Strozynski freut sich trotzdem, dass seine Idee ankommt und – so hofft der gelernte Umweltingenieur – immer mehr Mitstreiter findet.

Die Idee nämlich, Vätern und ihren Kindern die Möglichkeit zu geben, ungezwungen zusammenzukommen, gemeinsam zu essen, zu klönen, zu spielen – und einfach mal Zeit zu haben füreinander. „Ich hatte selber nach einer Möglichkeit gesucht, mich in lockerer Atmosphäre mit anderen Vätern austauschen zu können und gleichzeitig Zeit mit meinem Kind zu verbringen“, erzählt der gebürtige Berliner, während er den Brötchenkorb herumreicht. „In Berlin kannte ich schon ein paar Papa-und- Kind-Angebote, das wollte ich hier auch verwirklichen. Zum Glück unterstützt das Familienzentrum die Idee.“

Geld kostet das Angebot nicht, schließlich soll jeder Vater die Möglichkeit haben, mit seiner Tochter oder dem Sohnmann teilzunehmen, ohne an den Kosten zu scheitern. Lediglich ein kleines blaues Sparschwein steht auf dem Tisch, in das Spenden für das Frühstück gesteckt werden können.

Niels ist schon öfter mit seinen Zwillingsmädchen Janna und Kara sowie seinem Sohn Niklas zum Väterfrühstück gekommen. Der IT-Berater hat einen vollen Terminkalender und oft nur abends, nach Feierabend und am Wochenende Zeit für seine drei Kinder. „Daher freue ich mich sehr über dieses Angebot und genieße den Austausch speziell mit den Vätern, die in einer ähnlichen Situation sind“, betont der 39-Jährige, während er schmunzelnd seiner Tochter Janna zusieht, wie diese versucht, eine kleine Wagenladung Nutella auf ihre Frühstückswaffel zu bugsieren. „Vielleicht nicht ganz so viel, Janna, das würde Mama sicherlich auch besser finden“, sagt er lächelnd.

Um 12 Uhr endet die Frühstücksrunde

Henrike hat ihren Papa Michael unterdessen in den Wintergarten gezogen – mal ordentlich toben, nach dem ganzen Rumgesitze am Tisch. „Vorsicht Henrike, nicht ganz so wild“, ermahnt der wissenschaftliche Mitarbeiter und gelernte Tierarzt seine Tochter lachend. Die Fünfjährige greift seine Hände, lässt den Oberkörper nach hinten fallen und krabbelt mit den Füßen kopfüber an ihrem Vater hoch. „Genau so soll es sein“, freut sich Jesco Strozynski bei dem Anblick des Vater-Tochter-Gespanns, das ausgelassen weiter „turnt“. „Es ist schön zu sehen, wie auch die Kinder die Zeit mit ihren Vätern genießen. Hier gehört der Papa nur ihnen, und sie müssen ihn nicht mit Mama oder der Arbeit teilen.“

Jesco selber hat vor einiger Zeit seinen Job als Ingenieur an den Nagel gehängt, um mehr für seinen Sohn da sein zu können, während Ehefrau Jeannine als Leiterin einer Seniorenresidenz in Vollzeit arbeitet. „Das klappt prima, und wir, und vor allem unser Sohn, sind glücklich mit diesem Modell. Jede Familie macht es so, wie es für sie am besten erscheint“, sagt er noch, und verabschiedet sich von seinen Gästen. Es ist 12 Uhr,die Frühstücksrunde löst sich auf. Bis zum nächsten Mal!

Das Väterfrühstück findet jeden Sonnabend, 10 bis 12 Uhr, im Familienzentrum Harksheide, Kirchenplatz 2, statt. Infos erteilt Jesco Strozynski, Telefon 0151/15 75 15 41.