Norderstedt
Ellerau

Die Kita-Gebühren sollen kräftig steigen

Die Eltern in Ellerau sollen künftig mehr für die Kinderbetreuung zahlen

Die Eltern in Ellerau sollen künftig mehr für die Kinderbetreuung zahlen

Foto: dpa Picture-Alliance / Monika Skolimowska / picture alliance / dpa

Verwaltung will die Lücke bei der Kinderbetreuung von 1,7 Millionen Euro schließen. Dafür sollen die Eltern zur Kasse gebeten werden.

Ellerau.  Die Kita-Gebühren in Ellerau dürften kräftig steigen – wenn die Politiker dem Vorschlag der Verwaltung folgen. Der Koordinierungs- und Finanzausschuss wird sich am heutigen Donnerstag ab 19.30 Uhr im Rathaus mit dem Thema beschäftigen. Die Verwaltung schlägt vor, dass Eltern künftig 15 Prozent mehr dafür zahlen müssen, dass ihre Kinder in den Kitas betreut werden. Das bedeutet fürs Haushaltsbudget: Wer einen Ganztagsplatz für sein Kind im Elementarbereich gebucht hat, würde ab Januar 51 Euro mehr im Monat zahlen. Der Tarif würde für die Drei- bis Sechsjährigen von jetzt 230 auf dann 281 Euro angehoben werden. Mit fünf Euro zusätzlich fällt die Erhöhung bei einem Halbtagsplatz (von 8 bis 12 Uhr) vergleichsweise gering aus. Wer sein Kind von 8 bis 14 Uhr betreuen lässt, soll künftig 187 statt bisher 165 Euro zahlen.

Im Krippenbereich schlägt die Erhöhung am stärksten durch

Bei den Jüngsten will die Verwaltung in Ellerau noch kräftiger kassieren. Für einen Ganztagsplatz werden vom neuen Jahr an 423 Euro fällig, 68 Euro mehr als zurzeit. Alle, die ihre Krippenkinder in der Zeit von 8 bis 14 Uhr betreuen lassen, müssen 282 statt bisher 255 Euro ausgeben. Angehoben werden sollen auch die Tarife für die Minischule, auch hier um 15 Prozent. Für die einjährige Vorschulbetreuung müssen die Eltern nach dem neuen Gebührenmodell 106 statt wie jetzt 92 Euro pro Monat ausgeben, wenn ihr Kind die Minischule von 9 bis 12.15 Uhr besucht.

Anlass der massiven Gebührenerhöhung ist das deutliche Defizit im Kitabereich: Der Haushaltsplan für 2017 und 2018 weist jeweils ein Minus von gut 1,7 Millionen Euro aus. „Wir bieten mehr Plätze an, haben zusätzliches Personal eingestellt und müssen die zum Teil deutlichen Tarifsteigerungen verkraften“, sagt Bürgermeister Eckart Urban. Zudem verwies die Verwaltung darauf, dass die Gebühren seit dem Jahr 2010 nicht gestiegen seien.

Die Eltern machten im Ausschuss ihrem Unmut Luft

Dennoch ist ihr Vorschlag beim ersten Versuch gescheitert: Im Ausschuss für Kinder, Jugend und Bildung fand sich keine Mehrheit. Die SPD schlug daraufhin vor, die Gebühren in zwei Schritten um zehn Prozent zu erhöhen, zum 1. Januar und zum neuen Kindergartenjahr, das am 1. August beginnt. Auch hier endete die Abstimmung mit einem Patt. Auch Peter Groth vom Bürger-Forum scheiterte, er wollte die von der Verwaltung vorgeschlagenen Gebührenerhöhung zeitlich zweiteilen.

In der Sitzung machten die Eltern ihrem Unmut Luft. „Was habe ich davon, dass die Gebühren seit fast sieben Jahren gleich geblieben sind. Mein Kind ist jetzt in der Kita“, sagte ein Vater. Urban setzt nun auf die Kreisumlage. Die soll um ein bis zwei Prozentpunkte sinken. Bei einem Prozentpunkt müssten die Ellerauer 64.500 Euro weniger überweisen, bei zwei Prozentpunkten 129.000 Euro. Urban: „Das Geld könnten wir einsetzen, um die Kita-Gebühren weniger stark anzuheben.“